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Noll:
ILDie Ernährung.
Unter Ernährung versteht man den, die Körpersubstanz liefernden Stoff-
wechsel. Ohne Ernährum
ohne Zufuhr von neuem Bildungsmaterial und
seine Verarbeitung ist kein Wachsthum und keine Entwiekelung möglieh,aber auch nicht einmal ein Verharren auf einem gegebenen Entwickelungs-zustand ist ohne ständige Ernährung erreichbar, denn der Lebensprocess istverbunden mit steten stofflichen Veränderungen, mit Umsetzungen und Aus-scheidungen. Diese gehen auch bei unterbrochener Nahrungszufuhr weiter,so dass ein lebendiger Organismus nothwendig an Selbstverzehrung zuGrunde gehen, d. h. verhungern muss, wenn die verbrauchten Stoffe nichtwenigstens wieder ersetzt werden. Nur ein Ueberschuss über dieses Mindest-maass ermöglicht das Wachsen und die weitere Ausbildung des Organismus.
Die Bestandteile der Pflanzensubstanz. Ueber die in den Pflanzenvorkommenden Stoffe giebt die chemische Analyse die genaueste Auskunft.Es bedarf der Analyse jedoch nicht, um festzustellen, dass ein sehr grosser,oft der weitaus grösstc Anthcil an dem Gewicht einer Pflanze dem Wasserzufällt, welches die Pflanze durchtränkt. Wasser füllt nicht nur den grösstenKaum in den lebendigen erwachsenen Zellen aus, es durchdringt auch dasProtoplasma, die Zellwände und alle organischen Gebilde. Durch Trocknenbei 110°—120°C. lassen sieh aber auch die letzten Spuren des Wassersentfernen und es bleibt dann die ihres Wassers beraubte Trockensubstanzder Pflanze zurück. Diese Trockensubstanz macht je nach dem Pflanzen-theil oder der Pflanzenart einen grösseren oder geringeren Betrag des Ge-sammtgewichts aus. Bei holzigen Theilen kann sie bis 50 % desselben be-tvagen, bei saftigen Kräutern erreicht sie nur 20—30 % , bei Succulentenund Früchten 5 —15, bei Wasserpflanzen, zumal Algen, gar nur 2— h% desFrischgewichts; alles Uebrige ist Wasser.
Bekanntlich ist die Trockensubstanz der Pflanzen verbrennlieh; sie be-steht aus sauerstoffarmen organischen Verbindungen, welche durch die Ver-brennung zerstört und in einfachere anorganische Verbindungen, grössten-teils in Kohlensäure und Wasser, zerlegt werden. Die Elemente Kohlen-stoff, Wasserstoff und Sauerstoff bilden die Hauptbestandtheile derbrennbaren Trockensubstanz; ihnen folgt der Quantität nach der Stick-stoff, welcher vornehmlich aus dem Protoplasma stammt. Wie man beider Holzfeuerung in Oefen oder bei dem Verbrennen von Kartoffel- oderBohnenstroh auf dem Felde sehen kann, hinterlassen die Pflanzen nach derVerbrennung aber einen unverbrennlichen Rest als Asche. Das sind diemineralischen Bestandtheile, welche in der Substanz der Pflanze enthaltenwaren, die aber während der Verbrennung Umsetzungen erfuhren und sichin der Asche in andern chemischen Bindungen als in der lebenden Pflanzevorfinden. Die sehr zahlreichen Aschenanalysen, Avelche von den verschieden-artigsten Pflanzen gemacht wurden, haben das Ergcbniss geliefert, dass soziemlich alle, auch die selteneren Elemente, in Pflanzen vorkommen können.
Ausser den vier genannten sind es Schwefel, Phosphor, Chlor, Jod, Brom, Fluor,Selen, Tellur, Arsen (das u. a. mit Superphosphaten in den Culturboden gelangt),Antimon, Silicium, Zinn, Titan, Bor, Kalium, Natrium, Lithium, Rubidium, Calcium,Strontium, Baryum, Magnesium, Zink, Kupfer, Silber, Quecksilber, Blei, Aluminium,Thallium, Chrom, Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel, die man in Prlanzenaschen antraf.
Viele dieser Elemente finden sich freilich nur vereinzelt und zufällig,andere dagegen begegnen dem Analytiker fast in jeder Asche, so S, P, Gl,