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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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143
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Physiologie.

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Querschnitt durch das bandartige, bis zu zwei Meter lang werdende Blattvon Fhormium tenax, dem neuseeländischen Flachs, giebt Fig. 170, 3 wiederund zeigt, wie diese riemenartigen harten Blätter durch Sklerenchymplattenund -Stränge (s) gefestigt werden. Die mechanischen Elemente dieses Blattesliefern bekanntlich die festesten englischen Schiffstaue.

. Wo es so ausschliesslich auf Druckfestigkeit abgesehen ist, wie beiSamenhüllen (Pflaumenkernen, Hasel- und Wallnüssen), finden wir Gewölbeaus Steinzellen vor, die oft, wie auch die Sklerenchymfaserzellcn, durchmineralische Einlagerungen noch verhärtet sind.

Die Stämme von Bäumen, welche die schwere und oft sehr ausgedehnteKrone zu tragen haben, werden auf Säulenfestigkeit beansprucht; siemüssen zugleich druck- und biegungsfest gebaut sein.

Alle stark verdickten und starren Skelct-Elemente haben die Fähigkeitzu wachsen eingebüsst und können daher keine Verwendung finden inPflanzentheilen, die noch in lebhafter Streckung begriffen sind. Bedürfensolche jungen Pflanzentheile ausser der Festigkeit, welche Zell- und Gewebe-spannung ihnen verleihen, noch einer besonderen Verstärkung, so wird die-selbe durch Collenchym (S. 54) erreicht. Dieses Gewebe, in seiner Be-schaffenheit an gequollenen Leim erinnernd, besitzt nach Ambronn's Unter-suchungen neben einer ansehnlichen Festigkeit gegen Zerreissen die Eigen-schaft, durch Zugkräfte leichter dauernd verlängert zu werden ( 4 ). Es giebtdem Wachsthum seiner Umgehung dabei um so mehr nach, als es selbst amWachsthum noch activ theilnimmt. Es repräsentirt also sozusagen das

Kii o rp e 1 g e w e b e der Pflan-zen. In manchen Organen,zumal Blattstielen, bildet dasCollenchym die bleibende Artder Versteifung.

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Fig. 170. Festigung von Pflanz entheilen durch Skelet-gewebe. 1 Querschnitt durch einen jungen Sambucus-spross, 'J Querschnitt durch den Blüthenschaft vonEryngium, 3 Querschnitt durch das Blatt von Phor-mium tenax, 4 Querschnitt einer Wurzel, e Collen-chym und s Sklerenchym als Skeletgewebe dunkelgehalten, g grünes, w farbloses Blattparenchym, hHypoderma der Oberseite.

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Fig. 171. Versteifung flächenför-miger Organe durch Faltung undEollung. (Organe im Querschnittgedacht.) Bei der Beugung inder Pachtung des Pfeils kommtbei der ebenen Fläche ^1 nur dieDicke d, bei dem gefalteten OrganB aber der Durchmesser D', beidem gerollten (0) der Durch-messer D" in Betracht.

Die an Fig. 169 geknüpfte Betrachtung von dem mit der Entfernungvon der Mittellinie wachsenden Biegungswiderstand der Gewebe lässt esselbstverständlich erscheinen, dass ein flächenartig entwickeltes Organ, wennes in einer Ebene ausgebreitet ist, leicht gebogen werden kann, dass dieWiderstände gegen die Beugung aber bedeutend zunehmen, wenn das flacheOrgan gefaltet oder gerollt ist. Die so häufige Faltung und Rollung(Fig. 171) der Blätter erhöht demnach auch ohne Zuhülfenahme besondererGewebe ihre Steifigkeit bedeutend.