Physiologie.
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Concentration oder,reine Lösungs-
berulit auch die Festigkeit und Elasticität der dünnwandigen Pflanzenzellenund aller aus solchen Zellen zusammengesetzten Organe. Die Wandung derparenchymatischen Zellen ist trotz ihrer Zartheit äusserst fest, aber auchelastisch dehnbar: sie ist daher im Stande, die mechanischen Eigenschaftendes eben betrachteten Gummischlauches anzunehmen, sobald ein starker Innen-druck sie spannt. Dieser Innendruck ist nun in der That vorhanden, undes ist nur die Frage: Wie kommt er in der ringsum geschlossenen Zellezu Stande? Um das zu verstehen, müssen wir uns der vom BotanikerDüt'eochet 1823 zuerst untersuchten, später zumal von Pfeffer und deVeiesgenauer studirten physikalischen Erscheinung der Diosmose erinnern P).Wir wollen uns dabei an die gegebenen einfachen Wahrnehmungen haltenund hier von den neueren theoretischen Anschauungen absehen, wonach derosmotische Druck gleich dem Gasdruck durch den Stoss der bewegten iso-lirten Molecüle bezw. der Jonen gegen die Wände erklärt werden soll. Wirnehmen also an, die Diosmose beruhe darauf, dass sich die kleinen Theilchenfester Körper und ihrer Lösungsmittel anziehen. Sie beruht also auf denmolecularen Anziehungen, welche überhaupt feste Körper in Lösungen über-führen und welche es bewirken, dass sich der gelöste Stoff im Lösungs-mittel gleichmässig vertheilt.
Wird daher zwischen zwei Lösungenwas auf dasselbe hinausläuft, zwischen eine Lösung und dasmittel eine Trennungswand gestellt, welche für beide Theile durchdringbaroder permeabel ist, so erfolgt die Anziehung und Bewegung der beidenStoffe durch die Wand hindurch. Ist nun die trennende Wand für einender beiden Stoffe leichter durchdringbar als für den andern, so wird diesereine in grösserer Menge durchwandern als der andere. Falls die Trennungs-wand nur für einen der beiden Stoffe permeabel, für den andern aberundurchlässig ist, so wird ausschliesslich der durchgelassene Stoff durch dieWand zu dem zurückgehaltenen sich bewegen. Eine mit concentrirter Koch-salzlösung gefüllte und in reines Wasser eingetauchte Schweinsblase lässtdas Wasser rascher einströmen als die Kochsalztheilchen nach aussen treten.Die Folge ist ein erheblicher Ueberdruck in der geschlossenen Blase, welcherdieselbe prall auftreibt und den vorher schlaffen faltigen Sack iu einemsehr harten Gebilde macht.
Der hier von der Kochsalzlösung erzeugte Innendruck wird in denPflanzenzellen bedingt durch die im Zellsaft aufgelösten Stoffe, also vor-nehmlich durch organische und unorganische Säuren und Salze sowie Zucker-arten. Von diesen im Zellsafte gelösten Körpern lässt das lebendige Proto-plasma nichts nach aussen durch — mit Ausnahme des Verkehrs der Zellenunter einander, wobei Stoffwanderung und Stoffaustausch in ausgedehntemMaasse vorkommen — sie werden, wie das ja auch bei den im Zellsaft ge-lösten Farbstoffen direet zu beobachten ist, von dem Plasma, spcciell vondessen Hautschichten (S. 48), im Innern der Zelle zurückirehalten. DieseStoffe ziehen demnach das Wasser durch dieeinseitig und mit Gewalt an und erzeugender häutig 3—5 Atmosphären, in einzelnen
mehr Atmosphären (Zellen des Cambiums und der Markstrahlen von Bäumenerreicht. Das sind Spannungen, welche zum Theil weit über die Dampf-spannung in unseren stärksten Locomotiven hinausgehen. Durch dieseDruckkräfte wird die Membran oft ansehnlich elastisch gedehnt, so dassdie Zellen unter dem Einfluss dieses Druckes, des „Turgors", länger undumfangreicher sind als es dem ungedehnten Zustand ihrer Membran entspricht.
Wird einer solchen turgescenten Zelle irgendwie AVasser entzogen, dann
zurückgehalten.Zellmembran und das Plasmaso einen Druck in der Zelle,Fällen aber 10, 15, 20
und