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jedoch sicher vorhandenen causalen Zusammenhang zwischen einer gewissenEinwirkung und der eigenartigen lebendigen Rückwirkung des Organismus.Verschiedenartigkeit von Einwirkung und Rückwirkung liegt ja auch beimGebrauche unserer Dampfmaschinen und Feuerwaffen vor. Der geringeFingerdruck beim Abfeuern eines Geschützes steht mit den zerschmetterndenWirkungen des Geschosses ebenso wenig in qualitativer und quantitativerRelation, wie die augenblickliche kleine Mühe des Hahnöflhens bei der Loco-motive mit der stundenlang dauernden Fortbewegung eines schweren Güter-zuges. An einer ungeheizten Maschine ist die Arbeit des Hahnöflhens ohneWirkung; nur durch die Auslösung der in dem Maschinenkessel vorhan-denen Spannkräfte erhält dieser Eingriff die erwähnten grossartigen Folgen.Bei unseren Apparaten kennen wir den inneren Zusammenhang zwischen deräusseren Einwirkung und deren Folgen; bei den Reizwirkungen des Proto-plasmas kennen wir ihn nicht, denn die im Plasma sich abspielenden Aus-lösungen bleiben auch dem bestbewaffneten Auge unsichtbar. Wir haben abertrotzdem keine Veranlassung zu der Annahme, dass der innere Zusammen-hang zwischen Reizursache und Reizwirkung in dem Plasma durch Vorgängebewirkt würde, die der Materie sonst fremd wären und die sie erst unterdem Einfluss einer besonderen Kraft, der „Lebenskraft", entfalten könnte.Früher glaubte man einmal, nicht nur die Lebensäusserungen, sondern auchdie Stoffbildung in den Lebewesen nur durch die Wirkung einer besonderenLebenskraft erklären zu können. Dieser Anschauung haben aber schon dieFortschritte der Chemie theilweise den Boden entzogen (vgl. S. 5). Ganzabgesehen davon, dass auch die Lebensäusscrungen die Annahme einerLebenskraft heutzutage durchaus nicht verlangen, brächte es vielmehr dieallergrössten Schwierigkeiten mit sich, die unendliche Mannigfaltigkeit derLebenserscheinungen auf die Aeusserung einer einzigen „Kraft" zurückzuführen.
Wenn wir aber auch dazu kommen, eine besondere Lebenskraft aus derPhysiologie auszusehliessen und nur Wirkungen anzunehmen, die der Materiean sich, unter besonderen Umständen, zukommen, so müssen wir doch derganzen Eigenart der Lebenserscheinungen insofern Rechnung tragen, als wireigenthümliche innere Structuren der lebendigen Substanz annehmen, dieso beschaffen sind, dass sich gewisse Einwirkungen und Zustände mit be-stimmten Lebensäusserungen irgendwie causal verketten. Es sind also jenebesonderen reizbaren Structuren, welche das lebendige Protoplasma vonden übrigen Körpern unterscheiden und welche auch die fundamentale Ver-schiedenheit zwischen lebendigem und totem Plasma bedingen. Dieser An-nahme stehen aber keinerlei Bedenken entgegen, zumal schon einfacherechemische Körper, ja chemische Elemente, wie Schwefel, Phosphor u. a. inverschiedenen „Modifikationen" mit grundverschiedenen Eigenschaften auf-treten können. Bei lebendigen Organismen haben wir es mit einer reizbarenoder lebendigen Modifikation der plasmatischen Substanz zu thun, und dieAufgabe der Physiologie besteht hauptsächlich darin, die Eigenschaften undAeusserungen dieser lebendigen Modifikation plasmatischer Substanzen zu er-forschen.
Diese Eigenschaften und Aeusserungen sind so eigenartig, dasstiefe Kluft zwischen der lebendigen und der gesammten übrigenschaffen und dass wir uns keinerlei Vorstellung machen können,unserem ehedem wohl feuerflUssigen Planeten die lebendige Substanz auslebloser Materie entstanden ist. Die Annahme einer Descendenz gestattetuns zwar, die Entstehung des Lebens auf der Erde in geologische Zeitalterzurückzuversetzen, von denen uns wohl Jahrmillionen trennen und von derenCharakter und Schöpfungsbedingungen wir keine Ahnung haben können.
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