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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Strasburger:

ausfüllt und den man Zellkern, oder auch nur Kern, Nucleus nennt.Vergleicht man Schnitte, die nach verschiedener Richtung durch den Vege-tationskegel geführt werden, mit einander, so kommt man zu dem Ergebniss,dass die Zellen, die ihn aufbauen, annähernd kubisch oder tafelförmig sind,ihre Kerne mehr oder weniger kugelige oder scheibenförmige Gestalt besitzen.Die den Raum zwischen Zellkern (k) und Wandung [m) erfüllende Zell-substanz (cy) erscheint feinkörnig, sie stellt das Zellplasma oder Cyto-plasma vor. Um den Zellkern findet man, in dem Cytoplasma vertheilt,stark lichtbrechende, meist farblose Körperchen, welche Farbträger oderChromatophoren (eh) genannt werden. Zellkern, Cytoplasma undChromatophoren sind die Elemente des lebendigen Körperseiner typischen pflanzlichen Zelle. Man fasst diese Elemente imBegriff des Protoplasma, oder Plasma, zusammen, das somit alle lebendenBestandtheile des Zellkörpers oder Protoplastcn in sich schliesst.

In thierischen Zellen haben neuere Untersuchungen ausser den eben

genannten Bestandtheilen des Protoplasma,■ :. . " -- in unmittelbarer Nähe des Kerns, meist auch

noch die Existenz eines kleinen Gebildes nach-

& ■ gewiesen, das man als Centrosom oder

,'0fl,' ' ; Attractionssphäre bezeichnet. Aehnliche

Y'U/ ~'?® Gebilde gelang es auch im Pflanzenreich in

aro?"—"" den Zellen verschiedener niederer Orypto-

a ... gamen nachzuweisen (Fig. 57 c), während sie

§ " i ~ den Zellen der höheren Cryptogamen und

Phanerogamen abgehen, ihre Existenz dort

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zum Mindesten streitig ist n

Fig. 57. Ein Zellkern und das ihnzunächst umgebende Cytoplasmacy aus einer Zelle der Keimpflanzeder braunen Meeresalge Fucus ser-ratus. // Zellkern, kw Kernwandung,ii Kernkörperchen, c Centrosom,eh Chromatophoren. Vergr. ca. 1000.

Die beiden wesentlichsten Bestandtheiledes Protoplasma sind der Kern und das Cyto-plasma, und auf ihrer Wechselwirkung be-ruhen vornehmlich die Lebensfunctionen derZelle. Doch soll bei gewissen niedersten Ab-theilungen pflanzlicher Organismen! 12 ), dieseArbeitstheilung sich im Protoplasma noch nichtvollzogen haben und besonders diö'erenzirteKerne noch nicht vorhanden sein. Dem Protoplasma der Bactericn l3 ' und derPilze fehlen die Chromatophoren und sie gehen auch allen thierischen Zellen ab.Während die thierischen Zellen im Allgemeinen dauernd mit Proto-plasma angefüllt bleiben, sieht man in pflanzlichen Zellen sich alsbald grosseSafträume bilden. Nur die embryonalen Zellen der Pflanzen sind mitProtoplasma meist dicht erfüllt. So zeigen sie sich in Keimanlagen undan Vegetationspunkten. Weiterhin werden die pflanzlichen Zellen, an Grössezunehmend, plasmaärmer. Das lässt sich an jedem Längsschnitt durch einenSprossscheitel verfolgen. In einiger Entfernung von dessen Spitze weisendie vergrösserten Zellen bereits eine grössere Anzahl mit wässerigem Saft,Zellsaft, erfüllter Hohlräume, Vacuolen [v in A Fig. 58) in ihrem Cyto-plasma auf. Die Zellen fahren dann noch fort an Grösse zuzunehmen,die Vacuolen in ihrem Cytoplasma verschmelzen, und schliesslich wird einZustand meist erreicht, wo nur noch ein einziger grosser, mit Zellsaft er-füllter Hohlraum, der Saftraum (v in B Fig. 58), im Cytoplasma der Zellevorhanden ist. Dann bildet das Cytoplasma einen dünnen Beleg an derZellwandung und in diesem Beleg ist auch der Kern eingebettet, der insolcher Lage als ein wandständiger bezeichnet wird. Es kann aber auchin einer ausgewachsenen Zelle der Saftraum von Strängen und Fäden aus