Einleitung
Entwicklung der organischen Welt aus inneren, der Substanz der Organis-men innewohnenden Fähigkeiten anzunehmen, und in dieser im Besonderendie Veranlassung zu solchen Aehnlichkeiten zu erblicken, welche auchnicht verwandte Wesen in ihrem Bau und ihren Leistungen oft zeigen.Manche Forscher vertreten dann sogar die extreme Auffassung, dass durch^uchtwahl nur das weniger Vorteilhafte beseitigt werde, der Kampf um's|Ja sein hingegen ohne Einfluss auf die Ausgestaltung des Vorteilhaften sei.-Uie Ursachen zur Variabilität sind im Organismus selbst gegeben und bietenanter allen Umständen der natürlichen Züchtung erst die AnknüpfungspunkteT"' Al ^ lese dar - Eil1 Sich einstellendes Bedürfniss wirkt aber als Beiz aufeleu Organismus ein und kann Auslösungen in ihm bewirken, die sich inNeubildungen äussern.
7 • ^ ie Veränderung der Arten vollzieht sich so langsam im Laufe derReiten, dass ihre Wahrnehmung sich der directen Beobachtung entzieht.pei jeder phylogenetischen Erforschung der Organismen ist man somit, wiem der Geologie, auf indirecte Schlüsse angewiesen.
Sind die höher organisirten Wesen aus niederen hervorgegangen, sosehliesst dieser Ursprung auch eine scharfe Grenze zwischen Thieren undJ nanzen aus. Denn die besonderen thierischen oder pflanzlichen Merkmalelehrten am Anfang und stellten sich erst im Laufe der späteren phylo-genetischen Entwicklung ein. Die einfachsten Wesen, welche jetzt existiren.sind allem Anschein nach denen ähnlich, die an den Ausgangspunkten derphylogenetischen Entwicklung standen. Demgeinäss ist es auch nicht möglich,innerhalb der jetzt lebenden einfachsten Wesen eine scharfe Scheidung in1 liiere und Pflanzen vorzunehmen. Für die Ausprägung der besonderen pflanz-lichen Charaktere wurden mit fortschreitender Entwicklung maassgebend: dieJläute, welche die Elementarorgane der Pflanze umgeben, und die grünenf avbkörper, die in diesen Elementarorganen vertreten sind. Durch das Ein-^'hliessen der lebendigen Substanz der Elementarorgane in feste Häute wurdeihr Zusammenwirken behindert und damit die Leistungsfähigkeit der Pflanze] m V erhältniss zum Thier eingeschränkt. Der grüne Farbstoff befähigteandererseits die Pflanze, aus bestimmten Bestandteilen der Luft, des Wassersund der Bodensalze Nährstoffe herzustellen und selbstständig für sich zu be-stehen, während das Thier in seiner Ernährung auf die Pflanze angewiesen, inseinem Bestehen von ihr somit abhängig wurde. Aus dem Bau der Pflanze undans der Art ihrer Ernährung lassen sich fast alle sonstigen Unterschiede ab-H'nVn welche ausgeprägte Pflanzen und Thiere trennen. Als für die PflanzeDezeichnend kann auch ihre ontogenetische Entwicklung gelten, die nicht ab-ab t • Sen w . ild >. vielmehr an einzelnen Vegetationspunkten fortdauert. Dassei kein Kriterium für sich ausreicht, um die Unterscheidung einer PflanzeAhtl e ^ n6UI -T^ier zu ermöglichen, das lehrt uns beispielsweise die ganzeErnäh dC1 " Pilze ' die des §' rlmen Farbstoffes entbehrt und daher in ihrer
Pflan rUU ^' ebenso wie die Thiere, auf Stoffe angewiesen ist, die von grüneniiian/en stammen. — An der Grenze der beiden Reiche, wo alle Unter-vl'j, , l S1 ch Ycr ^ischen, können schliesslich nur noch phylogenetische Er-g gen als Richtschnur dienen. Ist der phylogenetische ZusammenhangDesnmmter Wesen mit Pflanzen wahrscheinlicher, so werdeii sie dem Pflanzen-ieicn, im entgegengesetzten Falle dem Thierreich zugesellt.r> • i X % leöe nden Wesen bilden somit ein einziges zusammenhängendestteicn, das an seinen Ursprungsstellen nur künstlich in Thiere und Pflanzengeschieden werden kann. Dagegen erscheint es zunächst wie eine leichteAufgabe, das Reich der lebenden Wesen gegen dasjenige der leblosen Körperanzugrenzen. In der That treten uns alle lebenden Wesen mit einer be-
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