Druckschrift 
Lehrbuch der Pharmakognosie : mit 411 Abb.
Entstehung
Seite
79
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Cubebae

79

Bestand -teile.

Charakteristisch für das Kubebenpulver sind hauptsächlich, ab- J Me ä l ° ]ale

i . r. ■■• • • r, i , , ■ i 'l ea Pulvers.

gesehen von der großen Menge winziger Stärkekörner, die oft nochin großen Brocken zusammenliegenden (gelben) Steinzellen unddie in Parenchymfotzcn deutlich hervortretenden (dunkelbraunen) Öl-zellen. Faserartig gestreckte Steinzellen (aus dem Fruchtstiel) dürfennur spärlich vorkommen.

Kubeben riechen würzig und schmecken durchdringend gewürz-haft, etwas scharf, und zugleich etwas bitterlich; sie enthalten ca. 14 °/oeines ätherischen Öles, ferner Kubebin (2,5°/o)und harzartige Kubeben -säure (1,7 %). Der Aschegehalt beträgt 5 %•

Daß das Kubebin sich in konzentrierter Schwefelsäure mit hlut- Prüfung,roter Farbe löst, läßt sieli in der Weise zum Nachweis von Ver-fälschungen nutzbar machen, daß man eine durchschnittene Kubebemit der Schnittfläche in einen Tropfen konzentrierter Schwefelsäurelegt, der sich in einem Uhrgläschen auf weißer Unterlage befindet;nach einigen Minuten ist die Schwefelsäure blutrot gefärbt. DieseReaktion läßt sieh auch bei der Prüfung des Pulvers verwenden. Indiesem werden alle Parenchymfctzen nach Schwefelsäurezusatz rot. AlsVerfälschungen kommen die Früchte einiger anderer Pfefferartenvor. Die Früchte von Piper caninum Blume sind jedoch kürzer, die vonPiper crassipes Korthals länger gestielt. Die Früchte von Piper nig-rum L. und Pimenta officinalis Berg sind ungestielt; alle besitzen einenscharfen brennenden Geschmack, nicht aber das eigentümliche Aroma derKubeben. Auch geben sie die Kubebinreaktion mit Schwefelsäurenicht. Die viersamigen Früchte von Rhamnus eathartica L. sind mitKubeben nicht zu verwechseln. Sie werden mit konzentrierter Schwefel-säure, gell), und ihr Stiel löst sich leicht ab.

Im Mittelalter (1). und 10. Jahrhundert) kannten die Araber schon Geschichte.die Droge. Später fand sie fast nur noch als Gewürz Verwendung:,

AWj. 90. Piper nigrum: o Stück einer Ähre mit Zwitterblüten, stark vergrößert;b Zweig mit Blüten- und Fruchtstänäen.