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IV.
Nachweis der Kationen und Anionen.
15. Die elektrolytische Spaltung.
Die wissenschaftliche Forschung hat ergeben .daß die Säuren, Basenund Salze in gelöstem oder geschmolzenem Zustande mehr oder wenigerin Spaltstücke zerfallen sind, die elektrisch geladen sind. Läßt man durcheine Lösung den elektrischen Strom gehen, so scheiden sich Wasserstoffund alle Metalle am negativen Pole (Kathode), alle Nichtmetalle, Säure-reste und OH-Gruppen aber am positiven Pole (Anode) ab. Nach demgriechischen "Worte ion (Wanderer) nennt man die Spaltstücke Ionen,und zwar jene Kationen, diese Anionen.
Die Kationen macht man äußerlich durch einen Punkt, die Anionendurch einen Strich kenntlich.
Die nachfolgend angegebenen Stoffe sind in wässeriger Lösungfolgendermaßen gespalten:
Chlorwasserstoff = H' + CP
Schwefelsäure = H\H- + S0 4 "
Natriumbase = Na - + HO'
Chlornatrium = Na- + CP
Silbernitrat = Ag- + N0 3 '
Chlorbarium = Be- + CPCPNach der Trennung der Ionen durch den elektrischen Strom, tretenhäufig Vorgänge zweiter Art auf. Bei der Schwefelsäure wird z. B. an derKathode H frei; an der Anode müßte sich eigentlich S0 4 abscheiden.Es entwickelt sich aber hier 0, denn die S0 4 -Ionen werden an der Anodeentladen, setzen sich aber sofort mit Wasser um, so daß Schwefelsäureund Sauerstoff entstehen:
S0 4 + H 2 0 = H 2 S0 4 + 0.Die Scheidekunst, die fast nur mit wässeriger Lösungen arbeitet,erfährt durch die Lein meinung der elektrolytischen Spaltung eine großeVereinfachung, indem sie nicht die Eigenschaften sämtlicher Salze, sondernnur die der verschiedenen Ionen festzustellen hat. Der in Wasser gelösteChlorwasserstoff und alle in Wasser gelösten Salze mit Chlorionen gebenmit Silbernitrat einen Niederschlag von Chlorsilber, doch ist dies beimchlorsauren Kalium nicht der Fall, da es aufgelöst keine ■ Chlorionen,sondern das Anion C10 3 enthält.