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Practicum für Pharmaceuten : Analytische Uebungen und Präparate im Anschlusse an die "Einleitung in die chemische Analyse" und das Arzneibuch
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carbonate und Sulfate gelöst. Die Bicarbonate zerfallenbeim Erhitzen des Wassers in unlösliche Monocarbonate undKohlensäure, z. B.

Ca(C0 3 H) 2 = CaCO 3 + CO 2 + H 3 0;von den Sulfaten ist Gips in heissem Wasser schwerer löslichals in kaltem. Wenn demnach hartes Wasser bei seiner Ver-wendung als Kesselspeisewasser erhitzt wird, werden sich Ab-scheidungen bilden, bestellend aus Calcium- und Magnesium-carbonat und Calciumsulfat, die sich als „Kesselstein" aufden Wandungen des Kessels absetzen, die Leitung der Wärmedurch die Kesselwandung erschweren und so Durchbrennen desKesselbleches veranlassen. Harte Wässer sind deswegen zumKesselspeisen ungeeignet.

Zur Untersuchung des Wassers übergehend, zunächst einigeWorte über die Probenahme! Es sind bei Entnahme vonProben reine Flaschen und neue gewaschene Korke zu ver-wenden; die Flaschen sind vor der Füllung mit dem Wasserselbst auszuspülen. Bei Entnahme aus Pumpbrunnen ist vorherdas im Pumpenrohr stehende Wasser durch Auspumpen einergrösseren Wassermenge zu entfernen. Es sind mindestens2 Liter zu entnehmen.

Bei der Entnahme überzeuge man sich von der Tempe-ratur des Wassers. Dann prüfe man zunächst

Farbe und Klarheit: durch Beobachtung in langen Glas-röhren (von oben durchsehen!);

Geruch: nach dem Schütteln einer Probe und Erwärmenauf 40—50° C;

Geschmack: mit einer 18—20° warmen Probe;

Reaktion: mit empfindlichem Lackmus- und Curcuma-papier.

Man geht dann zu den Einzelbestimmungen über, für dieselbstverständlich (mit Ausnahme von c) nur filtriertes oderabgehebertes Wasser benutzt werden darf.

a. Bestimmung des Gesamtrückstandes.

Eine abgemessene Menge des Wassers (3—500 cc, bei sehrreinen Wässern 1 1) engt man in einer gewogenen Platinschaleauf dem Wasserbade ein, verdunstet schliesslich vollständigund trocknet im Wassertrockenschranke bei 100° bis zur Ge-wichtskonstanz. (Die Schale wird zur Hälfte angefüllt, damitnichts beim Entweichen der Gase herausgeschleudert werde;dann füllt man allmählich nach, in dem Masse als Verdunstungstattfindet.)

b. Bestimmung des Glühverlustes.

Geschieht durch schwaches Glühen des Rückstandes in derPlatinschale; den Rückstand befeuchte man mit Ammoncarbonat,trockne, glühe wieder gelinde und wiederhole dies bis zur Er-zielung konstanten Gewichtes. — Durch das Glühen werdendie organischen Substanzen unter Schwärzung, Auftreten desGeruches nach verbranntem Papier oder Hörn zerstört; es