Fenchon.
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Diese Verbindungen sind deshalb um so interessanter, weil sie nahe verwandtsind mit dem synthetisch gewonnenen l-Methyl-3-Methoäthylcyclohexenon (5) (vgl.S. 825). Ueber den Mechanismus ihrer" Entstehung kann man sich noch keine Vor-stellung machen. Auch aus dem Nitrimin des Fenchons bildet sich unter den-selben Bedingungen der gleiche Isocampher (siehe unten).
Ein naher Verwandter des Camphers ist das Fenclion 1 C 10 H ie O,welches Wallach 1890 entdeckte und sehr bald seiner Constitutionnach aufklärte. Diese Verbindung existirt in zwei optisch-activen Formen,als d-Fenchon im Fenchelöl, als 1-Fenchon im Thujaöl neben Thujon(vgl. S. 975). Die aus diesen Oelen gewonnenen Fractionen vom Siede-punkt 190 —195° werden durch Behandlung mit Permanganat-gereinigt(Fenchon ist gegen Oxydationsmittel sehr beständig); durch Ausfrierenwird es schliesslich vollkommen rein erhalten. Das d-Fenchon schmilztbei 5—6°, D 19 =0-9465; n D 19 = 1-46306; [«] D = +71-97° in 13°/ 0 igeralkoholischer Lösung. Das 1-Fenchon besitzt bis auf das Drehungsver-mögen ([«] D = —66-94°) die gleichen Eigenschaften.
Wie der Campher verbindet sich das Fenchon nicht mit Bisulfit,liefert aber ein bei 164—165° schmelzendes Oxim, welches bei derBehandlung mit salpetriger Säure Fenchonnitrimin 2 bildet, woraus mitAmmoniak Fenchonimin C 10 H 16 :NH entsteht. Brom erzeugt ausFenchon bei 100° ein Monobromfenchon 3 C 10 H 15 OBr.
Constitution des Fenchons. Das Fenchon ist ein gesättigtes Keton C 10 H, 6 O,welches im Gegensatz zum Campher nicht die Gruppe-CH 2 -CO- enthält, da es keineOxymethylenverbindung bildet (vgl. S. 1003). Durch Reduction wird es in denseeundären Alkohol C )0 H, 8 O (S. 1035) umgewandelt, ans dem durch Wasserab-spaltung mehrere ungesättigte Kohlenwasserstoffe C 10 Hi 6 — die Fenchene (S. 1042) —gewonnen werden. Ein Hauptrepräsentant dieser Fenchene lässt sich mit Salpeter-säure in Apocamphcrsäure, das niedere Homologon C 9 H 14 0 4 der Camphersäure,überführen, deren Constitution genau durch Synthese bewiesen wurde (vgl. S. 1043bis 1044). Da sich nun keine dem Carbonyl benachbarte Methylengruppe nach-weisen lässt, so kann man mit Sicherheit schliessen, dass im Fenchon die Gruppirung:
H 2 C
H,C
—CH----------CH-CH
CH.-C-CH,
i---------CH-------
Fenchon
CH,-----CH-----COOH
CH.-C-CH,
CO
CH 2 —CH—COOHApocamphersäure
vorhanden ist. Hiermit stimmt überein, dass Fenchon beim Erhitzen mit Phosphor-pentoxyd m-Cymol liefert,' während aus Campher dabei hauptsächlich p-Cymol
entsteht:
1 Wallach, Ann 259, 324 (1890); 272, 102 (1892); 300, 294 (1898); 315, 273(1901). — Eimini, Chem. Centralbl. 1901 I, 1227.
2 Angeu u. Eimini, Gazz. chim. 26 II, 228, 502 (1896). — Mahla, Bor. 34,3777 (1901).
3 Czerny, Ber. 33, 2287 (1900). — Balbiano, Gazz. chim. 30 II, 382 (1900).