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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Gampholytsäuren.

1023

HC

H 2 C

=C-CH,

CH..C-CH,

-CH-C0 2 H

HO, 2 C

H,C

CO„H

CU.-C-CH,

-CH-CO.H

«-Campholytsäure Dimethyltricarballylsäure

Die «-Campholytsäure wandelt sich bei der Behandlung mit Säuren glatt inin die ^-Campholytsäure 1 (Isolauronolsäure, eamphotetische Säure, cis-eampholytisehe Säure) um. Aus dem leichten Uebergang schloss man zuerst,dass diese beiden Säuren im Verhältniss der eis- und trans-Isomerie zu einanderständen, bis sich später herausstellte, dass sie durch ein ganz verschiedenes Kohlen-stoffskelett unterschieden sind (Blanc). Die Umwandlung der «- in die ^-Campholyt-säure erklärt sich jetzt im Sinne der Pinakonumlagerung (vgl. S. 967) folgender-massen:

HC

=C-CH,

H S C

CH.-C-CH,

—>-

-CH-COOH

H,C

-C-OH-CH,

H,G-

!x

OH..C.CH,

—>-

CH-COOH

H,G-

-C(CH 3 ),

C-CH,

-C-COOH

«-Campholytsänre (Zwischenprodukt) ^-Campholytsäure

Die ^-Campholytsäure bezw. ihre Abkömmlinge treten immer dann als Abbau-produkte der Derivate des Camphers oder der Camphersäure auf, wenn mit starkenSäuren oder bei höherer Temperatur gearbeitet worden ist.

So entsteht bei der Einwirkung von Schwefelsäure auf Camphersäure dieSulfocamphylsäure 2 (vgl. S. 965), welche durch Erwärmen mit überhitztemWasserdampf die ^-Campholytsäure abspaltet:/COOH

----------->- C 8 H 13 -COOH.

^Hj^

x SO,H

Weiter wird die (S-Campholytsäure bei Behandlung von Camphersäure-anhydrid in Chloroform mit Aluminiumchlorid erhalten. Sie krystallisirt, schmilztbei 134° und ist optisch inactiv im Gegensatz zur a-Säure; dies erklärt sich daraus,dass beim Uebergang der a- in die (?-Säure die Asymmetrie eines Kohlenstoff-atoms aufgehoben wird.

Ihre Constitution ist durch ihr Verhalten bei der Oxydation klargelegt. Siebildet dabei Dimethylhexanonsäure und ««-Dimethylglutarsäure (unterkeinen Umständen aber eine Tricarballylsäure):

H 9 Q-------- C(CH 3 ) 2 HsC^—C(CH 3 ) 2 H 2 C -------- C(CH 8 ) 2

H 2 C

C-CH,

-C-COOH

^-Campholytsäure

H 2 C

CO-CH,

-COOH

Dimethylhexanonsäure

H 2 C

COOH.

-COOH

« «-Dimethylglutarsäure

1 Walker, Journ. Soc. 63, 504 (1893). — Koeniqs u. Hoerlin, Ber. 26, 814(1893). — Notes, Ber. 28, 548 (1895). — Blanc, Bull. [3] 15, 1191 (1896); 25, 80(1901). Ann. eh. [7] 18, 181 (1899). — Tiemann u. Kerschisaum, Ber. 33, 2943(1900). — Walker u. Cormack, Journ. Soc. 77, 374 (1900). — Bredt, Ann. 314,369 (1901). — Zellnsky u. Lepeschkin, Ann. 319, 306 (1901). — Lees u. Perkin jr.,Journ. Soc. 79, 343 (1901).

2 Koeniqs u. Hoerlin, Ber. 26,. 811, 2044 (1893). — Perkin jr., Journ. Soc.73, 196 (1898); 75, 175 (1899).