Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
Seite
476
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

476

Thioanilin etc.

wegen seiner eigentümlichen Bildungsweisen und seiner Beziehungen zu den 2

Stoffen der Methylenblau-Gruppe (vgl. dort). Die ihm entsprechende J- n

/NH 2 . e )

sulfonsäure (CH 3 ),N-C 6 H 3 < (Amidodimethylanilinthiosulfoiisai»

XS ' S °3 H fd «S

erhält man nämlich sehr leicht durch Einwirkung von Thioschwefelsäure au'

rothe Oxydationsprodukt des p-Amidodimethylanilins (vgl. S. 235):

C 6 H 4 <

/ N(CH 3 ) 2 C1

+ HS-SO,H

/N(CH 3 ) 2C 6 H 3 ^S-S0 3 H + HC1;

1i6

sie ist krystalliniseh, in kaltem Wasser sehr schwer löslich, besitzt sowohl basiswie saure Eigenschaften und geht durch Eeduction mit Zinkstaub in alkalischer soin saurer Lösung in das oben genannte Thiophenol über. Letzteres giebt

,N(CH 3 ) 2 C1

Schwefelwasserstoff zusammenoxydirt .,Methylenroth" C 9 H 3 ^--Nv i

\s>

Dimethylanilin zusammenoxydirt ein schwefelhaltiges Indamin (vgl. S. 460461)>/N(CH 8 ) 2

vielleicht N(

(Tetramethylindaminsulfid, Sulfidgrün) z u

foi-

X3A-N(CH,>,

muliren ist und durch weitere Oxydation in Methylenblau (s. dort) übergeht. Anä' 0 »_Eeactionen lassen sich ausführen, wenn man das p-Amidodimethylanilin als Agangspunkt durch andere p-Diamine ersetzt.

Einige symmetrisch constituirte Amidoderivate des Phenyl-sulfids bez-disulfids können aus Anilin bezw. seinen Derivaten durch Einwirkung von Schfl' eoder Schwefelverbindungen erhalten werden. So entsteht Paradiamidoplien>Sulfid 12 NH 2 -C 6 H 4 .S-C 6 H 4 NH 2 (Thioanilin) Schmelzpunkt 108° reicu"^ 1durch Erhitzen von Anilin mit Schwefel in Gegenwart von Bleioxyd, wäh releine isomere Verbindung 2 Schmelzpunkt 85-5° durch Erhitzen eines «misches von Anilin und salzsaurem Anilin mit Schwefel entstellt. Thiom 011methylanilin 3 (CH 3 -NH-C 6 H 4 )2S erhält man durch Eeduction des entsprechend 6 'Sulfoxyds (CH 8 -NH-C 6 H 4 ) 2 SO, welches durch Einwirkung von Thionylchl° rl _auf Methylanilin in Gegenwart von Aluminiumchlorid entsteht. Thiodimetbyanilin 4 [(CH 3 ) 2 N C 6 HJ 2 S wird aus Dimethylanilin durch Einwirkung von Persulf 0 "cyansäure (vgl. Bd. I, S. 1014), von Thionylchlorid und von zweifach Chlorschtf e ' eSC1 2 erhalten, Dithiodimethylanilin 5 "(CfLj 2 N-C a H 4 -S 2C 6 H 4 -N(CH 3 )., (Tet*»'methyldiamidodiphenyldisulfid) aus Dimethylanilin durch Einwirkung v0DEinfach Chlorschwefel S 8 C1 2 ; die beiden letztgenannten Verbindungen werden me rlt 'würdiger Weise durch Silberlösung leicht entschwefelt unter Entstehung analog zl1 '

1 Merz u. Weith, Ber. 4, 384 (1871). Krafft, Ber. 7, 384 (1874).

2 K. A. Hofmann, Ber. 27, 2807, 3320 (1894). Nietziu u. Bothof, ebenda, 32 61 '

3 Michaelis u. Godchaüx, Ber. 23, 3020 (1890).

4 Tuksini, Ber. 17, 586 (1884). Holtzmann, Ber. 20, 1640 (1887); 21, 20& 6(1888). Michaelis u. Godchaux, Ber. 23, 554 (1890).

5 Hannimann, Ber. 10, 403 (1877). Merz u. Weith, Ber. 19, 1570 (1886). -*Leückart, J. pr. [2] 41, 208 (1890).