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2 (1869)
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Ein alchimistisches Räthsel.

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dass es den Alten Gebrauch gewesen sei, die Wahrheit unter Alle-gorien und Räthseln zu verhüllen, so findet sich doch dieser Ge-brauch nicht etwa auf die älteren Schriftsteller beschränkt, son-dern die späteren gefielen sich auch in räthselhafter Ausdrucks-weise, ganz bewusst und es selbst betonend. Dass er in Räthselnsprechen wolle, kündigt z. B. Stephanos da an 4 ), wo er dieAusführung der Aufgabe der Alchemie in einer höchst unver-ständlichen Allegorie darzulegen angiebt; dass die alchemistischenSchriften in Räthseln geschrieben seien, wird auch sonst noch insolchen selbst wie Etwas Selbstverständliches ausgesprochen 5 ).

Aber nicht nur räthselhaft ist häufig die Sprache der alche-mistischen Schriftsteller, sondern ganz eigentliche Räthsel findensich bei ihnen, deren richtige Lösung zugleich auch die Erkennt-niss des Wichtigsten für die Realisirung der der Alchemie ge-steckten Aufgabe in sich schliessen sollte.

Unter diesen Räthseln ist namentlich eins, welches in der al-chemistischen Litteratur eine Avichtigere Rolle spielt. Es kommtam Frühesten 0 ), aber gewiss nicht in alchemistischem Sinne, indem ersten Buche der Sibyllinischen Weissagungen vor, einesComplexes orakelhaft oder prophetisch gefasster Erzählungen undAussprüche, für dessen uns erhaltene zwölf Bücher verschiedene,theils jüdische, theils christliche Verfasser anzunehmen sind, welcheHi verschiedenen Zeiten, dem 1 ten bis 3 teil Jahrhundert unserer Zeit-

4 ) Im neunten Stücke seiner Schrift über Goldbereitung'; in Ideler'sPhysici et medici graeci minores, Vol. II. p. 249 (ly alviyfictai, <?s äQ$o/xca xoi>i-iysiv), in Pizimenti's Uebersetzung f. 62 v° (in aenigmatibus autem exor-diar dicere).

5 ) So z. B. in dem in Fabricius' Handschrift (vgl. S. 280, Nr. 58) stehen-den anonymen Aufsatz nsql Zfjg 9-elccg m/j/j;? z&v g>Aoa6gxov), welchen auchdie Florentiner Handschrift (S. 265, Nr. 27) hat; aus letzterer Handschrifthat Bandini (a. S. 263 a. 0., p. 353 sq.) ein etwas grösseres Stück des An-fangs mitgetheilt.

6 ) Wenn Höfer (Histoire de la chimie , 2. ed., T. I, p. 229) bei Mitthei-lung des Theils des Räthsels, welcher zuletzt wohl auch allein angeführtwurde (vgl. Anmerk. 38), zu den einleitenden Worten: Yoici une de ces eni-graes, attribuees ä la Sibylle das Citat giebt: Plut. in Is. et Os., so hat mandaraus nicht etwa zu schliessen, dass solche später in chemischem Sinne ge-deutete sibyllinische Räthsel, oder namentlich das oben besprochene, schonln Plutarch's Schrift über Isis und Osiris vorkämen; es findet sich darinNichts auf diesen Gegenstand zu Beziehendes.