Ostanes.
Ostanes.
Einem alten Namen: dem des Ostanes 142 ), Osthanes oderHostanes, ist ein Aufsatz in den Sammlungen griechischer al-chemistischer Schriften zugeschrieben. Ich will hier nicht daraufeingehen, welche Ansichten 143 ) bezüglich eines Magiers Ostanesfrüher ausgesprochen worden sind, welchen Einige vor die Zeitdes Homer gesetzt, Andere als Lehrer des Zoroaster betrachtethaben; nicht darauf, dass in den ersten Jahrhunderten unsererZeitrechnung der Name Ostanes als der eines vor langer Zeitgelebt habenden Magiers von Vielen genannt wird, und dass dieserName dann auch als mehreren Magiern zugehörig und schliess-lich als Magier überhaupt bezeichnend vorkommt. Denn Pliniusim 1 ten Jahrhundert unserer Zeitrechnung spricht von einem Ma-gier Ostanes, welcher den Xerxes auf seinem Zuge gegen Grie-chenland begleitet habe 14 * 1 ), und von einem zweiten Magier des-selben Namens, welcher im Gefolge Alexanders des Grossengewesen sei; Diogenes Laertios im Anfang des 3ten Jahrhun-derts spricht von einer Reihe von Magiern, welche er Offravwg inder Mehrzahl nennt; und Suidas gegen das Ende des lOten Jahr-hunderts sagt, dass bei den Persern früher die Magier OGxävai
1I2 ) ^OOTäi>>]s gewöhnlich, aber auch 'ilaiäyrjg, findet man den Namen ge-schrieben. ;
M3) Vgl. hierüber und das zunächst Folgende namentlich Fabricii Biblio-theca graeca, Vol. I (Hamburgi 1708], p. 92 sq. und Harles' Ausgabe diesesWerkes, Vol. I [Hamburgi 1790], p. 106 sq.
Ui ) Schmied er (Geschichte der Alchomie [Hallo 1S32], S. 37 f.) hatsich nach den verschiedenen über einen Ostanes gemachten Angaben dieVorstellung gebildet, dass im 5ten Jahrhundert v. Chr. ein Magier Ostanesans Medien durch Xerxes behufs Einholung näherer Kennfniss von den My-sterien der ägyptischen Priester nach Memphis geschickt worden sei, und esscheine sich zu ergeben, dass Derselbe in Aegypten der Gründer einer Philo-sophenschule gewesen sei, in welcher die Chemie ihre Wiege gefunden habe,und dass der Chemiker Hermes ein späterer Zögling dieser Schule gewesensei. Schmieder selbst betrachtet dieses Resultat nur als ein auf der Zusam-menfassung verschiedener Andeutungen beruhendes, und gewiss darf man esin keiner Weise als ein auch nur wahrscheinlich gemachtes ansehen.