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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
Entstehung
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XXI.

Erweiterung des Begriffs der aromatischen Yer~bindungen. Entwickelung der Benzoltheorie seit 1890.Die Substitutionsregelmäfsigkeiten beim Benzol. Dieneueren Ansichten über die Natur der ungesättigtenVerbindungen.

Es gibt Theorien, die man nicht studierenkann, „ohne hiHweilen die Empfindung zu haben,als wohne den Formeln selbständiges Leben undeigener Verstand inne, als seien sie klüger alswir, klüger als ihre Erfinder, als gäben sie unsmehr heraus, als seinerzeit in sie hineingelegtwurde". Maxwell.

Der nie scharf definierte Begriff „aromatische Verbindungen"-wurde als gleichbedeutend mit dem der Benzolderivate angesehen.Durch die Auffindung des Thiophens und seiner Abkömmlinge(S. 405) wurde gezeigt, daß das chemische Verhalten, welches denaromatischen Substanzen eigen ist, noch einer anderen Gruppezukommt. Im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Thiophen-gruppe hat V. Meyer (1887) hierauf hingewiesen und geltendgemacht, daß alle die Verbindungen, welche gewissen Reaktionenunterliegen, die man zunächst bei den Benzolderivaten kennengelernt hat, den aromatischen Substanzen zuzuzählen sind. „DurchSalpetersäure werden sie nitriert; durch Schwefelsäure sulfoniert;Brom führen sie in höchst beständige Substitutionsprodukte über;organische Säurechloride verwandeln sie in Ketone." Dies sinddie Merkmale. Die aromatischen Verbindungen leiten sich dem-nach von verschiedenen „aromatischen Stamm Substanzen" ab, vondenen vorläufig Benzol und Thiophen bekannt waren. „Sprechenwir also", sagt Meyer, „von der Benzolgruppe nicht mehr als»der« aromatischen. Wie sie, ist auch diejenige des Thiophens»eine« aromatische Gruppe, und es unterliegt keinem Zweifeldaß es solche noch mehrere gibt-" Die hydrierten Benzolderivatemußten aber wegen ihrer nichtbenzolischen Eigenschaften vonden aromatischen Substanzen ausgeschlossen werden.