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Begriff: der aromatischen Verbindungen.
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Inzwischen hatte Ciamician in den achtziger Jahren seineschönen Untersuchungen iiher die Pyrrolverbindungen ausgeführtund den Charakter dieser Verbindungen klargestellt. Er machtenicht nur auf die Analogie in der Zusammensetzung zwischenPyrrol und Tiophen (sowie Furan) aufmerksam, sondern hob dasgleichartige Verhalten dieser Verbindungen und des Pyridins mitdem des Benzols hervor, welches auch in den entsprechendenbizyklischen Derivaten, Naphtalin, Indol, Thionaphten und Chinolin(s. Kap. XV) seinen Ausdruck fand. Die Auffassung, daß alle dieseVerbindungen (die Furanverbindungen ausgenommen) den aromati-schen Substanzen zugehören, wurde allmählich die allgemeine.
Die Verschiedenheit der aromatischen Verbindungen von denaliphatischen kam zum Vorschein nicht nur in den von V. Meyerangeführten Speziaireaktionen, sondern in dem allgemeinenchemischen Charakter, in der Beständigkeit und der negativenNatur der betreffenden Ringsysteme. Besonders auffallend warihre große Resistenz gegen die Einwirkungen, welche bei dengewöhnlichen „ungesättigten" Verbindungen so leicht stattfindenund als typische Reaktionen der Äthylenbindung betrachtet wurden.Diesen Unterschied studierte Baeyer bei den schon früher an-geführten Untersuchungen über die Hydrierung der Phtalsäuren,welche ihn zur Annahme der „zentrischen" Benzolformel führten(S. 319). Die Terephtalsäure, C 6 H 4 (C0 2 H) 2 , welche dreifachungesättigt ist (nach Kekules Formel drei Äthylenbindungenenthält), ist gegen Kaliumpermanganat sehr beständig und addiertauch Halogen sehr schwer. Wenn aber die Terephtalsäure zweibzw. vier Wasserstoffatome aufgenommen hat, ändert sich die Sach-lage ganz. Die Dihydroterephtalsäure, C 6 H 6 (C0 2 H) 2 , addiert sehrleicht vier, die Tetrahydrophtalsäure, C 6 H 8 (C0 2 H) 2 , zwei AtomeBrom, und beide sind ebenso unbeständig gegen Permanganat wiedie gewöhnlichen olefinischen Verbindungen. Bei der umgekehrtenReaktion nahm der ungesättigte Charakter bei dem Übergang derTetrahydro- in die Dihydroverbindung in normaler Weise zu. Aberbei dem folgenden Schritte, wenn noch ein drittes Wasserstoffpaareliminiert wurde, erfolgte mit einemmal ein solcher Rückgangder ungesättigten Eigenschaften, daß man glauben könnte, einengesättigten Körper vor sich zu haben. Es trat also eine plötzlicheund unvermittelte, eine sprungweise Änderung der Eigenschaftenein. Diesen Hydrierungsarbeiten Baeyers schlössen sich die vonAschan über Hydrobenzoesäuren und von Einhorn über Hydro-benzaldehyd an, welche die gewonnenen Erfahrungen bestätigten.