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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Waldensche Umkehruna;.

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auftritt. Einen anderen unzweideutigen derartigen Fall habenMarckwald und Meth bei Methylcyclohexylidenessigsäure nach-weisen können (1906), und später sind solche Verbindungen auchvon Perkin jun., Pope und Wallach sowie von Mills und Baindargestellt worden.

Auf dem Gebiete der optischen Isomerie haben wir eine vonWaiden (1899) gemachte eigenartige Entdeckung zu beachten,nämlich die direkte Umwandlung eines optischen Isomeren inseinen Antipoden. So läßt sich z. B. folgender „optischer Kreis-prozeß" durchführen:

1-Äpfelsäure —> 1-Chlorbernsteinsäure — *■ d-Äpfelsäure —>d-Chlorbernsteinsäure — > 1-Äpfelsäure.

Dieser als „Waldensche Umkehrung" bezeichnete Vorgangist in einer großen Zahl von Fällen nachgewiesen und zu erklärenversucht worden (E. Fischer, Holmberg, Senter), aber er stehtimmer noch als eine rätselhafte Erscheinung da.

Eine Umwandlung einer aktiven Verbindung in ihre Anti-poden findet ohne chemische Eingriffe auch bei der „Racemi-sierung" statt, indem die aktiven Körper durch Erhitzen inaktiviertwerden, ja sogar beim längeren Aufbewahren (Autoracemisierung,Waiden).

Unsere Kenntnisse über die Racemkörper, ihren Charakter,ihre Merkmale, ihre Existenzbedingungen usw. haben sich in denletzten Dezennien stark erweitert durch Untersuchungen vonvan 't Hoff, Waiden, Traube, Ladenburg, Pope undKipping, Backhuis-Roozeboom u. a. Die sogenannte par-tielle Racemie, worunter man die Verbindungen von Körpern ver-steht, die unvollständige Spiegelbilder, also nicht enantiomorph,sondern diastereoisomer sind (s. S. 439), ist von Ladenburg undHertz zuerst eingehender beachtet worden (1898).

Im Jahre 1893 stellte Guye seine Hypothese vom „Asym-metrieprodukt" auf, welche bezweckte, die Größe des Drehungs-vermögens in eine mathematisch formulierte Abhängigkeit vonden Massen der an das asymmetrische Kohlenstoffatom gebundenenRadikale zu setzen. Die Hypothese, anfangs mit großem Inter-esse empfangen, hat sich aber nicht oder nur in einem sehr be-schränkten Grade bewährt, wie P. Frankland und namentlichWaiden (1894—1898) an zahlreichen Versuchsobjekten (z. B.Derivate der Bernsteinsäure und Phenylessigsäure) bewiesen haben.Die Größe der Drehung ist vielmehr von der Natur der Radikale,