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Andere Elemente als Zentra der Asymmetrie.
Aschan und Vanzetti, wenn auch mit negativem Erfolg, ge-macht. Nach vielen vergeblichen Bemühungen gelang es Popeund Peachey sowie Smiles, bei den sogenannten Tetinverbin-dungen und bei gewissen Sulfmverbindungen mit hohem Molekular-gewicht eine Spaltung durchzuführen und so die ersten optischaktiven Verbindungen zu gewinnen, die man auf „asymmetrischenSchwefel" zurückführen kann (1900). Günstige Resultate sindauch bei Selenverbindungen (Pope und Neville, 1902), bei Zinn-verbindungen (Pope und Peachey, 1900) und bei Silicium-verbindungen (Kipping, 1907) erzielt worden. Daß auch Phos-phor als Zentrum der Aktivität fungieren kann, ist durch dieUntersuchungen von Meisenheimer und Lichtenstadt (1911)über die Spaltbarkeit der gemischten Phosphinoxyde, z. B. (CH 3 )(C 2 H 5 )(C 6 H 5 )P: O, bewiesen worden. Ob die asymmetrischen Phos-phoniumsalze spaltbar sind, ist noch nicht mit Sicherheit ent-schieden (Wedekind).
Bei seinen theoretisch wichtigen Untersuchungen über kom-plexe Metallverbindungen (mit organischen Radikalen) hat Wernerin neuester Zeit Spiegelbild-isomere Salze gewonnen (Chrom-,Kobalt-, Rhodiumsalze). Die Stereochemie des Kohlenstoffs undStickstoffs ist also nunmehr zu einer „Stereochemie der chemischenElemente" erweitert worden.
Pasteur hatte erkannt, daß, wenn das Molekül einer Ver-bindung so gebaut ist, daß keine Symmetrieebene vorhanden ist,von demselben zwei Formen existieren müssen, deren Molekülenicht kongruent, sondern Spiegelbilder voneinander sind. Van 'tHoff zeigte, daß dies der Fall ist, und nach seiner damaligenAnsicht nur dann der Fall ist, wenn die Verbindung ein odermehrere asymmetrische Kohlenstoffatome enthält. Van 't Hoffführte also eine Begrenzung des allgemeinen Satzes von Pasteurein. Die Verbindungen mit asymmetrischen Kohlenstoffatomenbilden gewissermaßen nur einen Spezialfall der Verbindungenohne Symmetrieebene, wie schon aus der Stereoisomerie der Stick-stoffverbindungen usw. hervorgeht. Aber abgesehen von diesen,kann man sich auch Spiegelbildisomerie, also optische Aktivität,bei Verbindungen denken, die kein asymmetrisches Kohlenstoff-atom enthalten, wenn nur die Atome an einem Kohlenstoffskeletträumlich so gelagert sind, daß keine Symmetrieebene vorhandenist. Hierauf haben besonders Aschan (1902) und Mohr (1903)hingewiesen. Ein solcher Fall zeigt sich bei Inosit (Hexaoxy-hexahydrobenzol), das in enantiomorphen, optisch aktiven Formen