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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Die neuere Typentheorie.

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meinten, sie enthalten Wasser. Dies ist der Fundamentalunter-schied zwischen den beiden Theorien." „Lange Zeit", fährt erfort, „bin ich allein mit Laurent der Verteidiger meiner Mei-nung geblieben; später schloß sich uns Chancel an, und nochspäter Williamson. Beide letztere Chemiker haben fast zugleicher Zeit ihre vortrefflichen Versuche über die Äther ver-öffentlicht; ihre Resultate waren wichtige Beiträge zur weiterenBegründung der neuen Theorie, um die sich allerdings Williamsoneigene Verdienste erworben hat; aber lange vor ihm deriviertenLaurent und ich vom Wasser den Alkohol und den Äther undschrieben sie AeHO und Ae 2 0."

Die Opposition blieb natürlich nicht aus. Sie war indessennur eine Fortsetzung der früheren Angriffe auf die Gerhardt-Lauren tsche Anschauungsweise, wenn sie sich nun auch gegenWilliamson und die Typentheorie richteten. Kolbe, der denUnwillen Berzelius' gegen die französische Schule geerbt hatte,ging hier an der Spitze. Neue sachliche Argumente konntenseitens der Opposition kaum angeführt werden. Wo solche abervorgeführt wurden, beruhten sie, wenigstens teilweise, auf einemMißverständnis der Bedeutung der neuen Lehre. Dies zeigte sichdeutlich in den „kritischen Bemerkungen zu WilliamsonsWasser-, Äther- und Säuretheorie", die Kolbe im Jahre 1854veröffentlichte. Er beruft sich hier speziell auf die negativenResultate, welche Wrightson erhalten hatte bei Versuchen, durchEinwirkung von Kali auf eine Mischung von Cyanäthyl und Cyan-amyl eine Säure zu gewinnen, welche sowohl Äthyl als Amyl ent-hielt und deren Bildung nach Kolbe, Williamsons Theoriegemäß, zu erwarten wäre. Williamson zeigte, wie diese ganzeArgumentation auf einer falschen Deutung der Theorie beruhteund nur die Richtigkeit seiner Auffassung bestätigte. „Denn",sagte er, „ungeachtet daß Kolbe die neuen Ideen leugnet, nimmter doch, ohne es zu wissen und zu wollen, die leitenden Prin-zipien derselben an und verrät in seiner eigentümlichen Aus-drucksweise dieselben Ansichten, welche er bestreiten wollte."Wie sich die theoretischen Anschauungen auf dieser gegnerischenSeite positiv gestalteten, wird im nächsten Kapitel besprochen.