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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Theorie der mehrbasischen Säuren.

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beeinflußt wird. Ihre Salze entstehen alle durch Ersatz desWasserstoffs durch Metalle, und ihre Basizität ist von der Zahlder vertretbaren Wasserstoffatome (Doppelatome) abhängig. Dieswaren die Ansichten, die Lieb ig in seiner Theorie der mehr-I basischen Säuren geltend machte.

Diese Anschauungsweise war zwar keine rein unitarische, aber; die Zweiteilung (Radikal und Wasserstoff bzw. Metall) war nicht: im Sinne der elektrochemischen Vorstellungen, und sie mußte ent-: schiedene Mißbilligung von Berzelius' Seite finden. Im Vorgefühldavon schrieb ihm Liebig: „Ich habe mich in ein ganz verrücktesFeld hineingegrübelt und bitte bei den Mitteilungen meiner An-sichten um Nachsicht und um eine schonende Kritik." Die Antwortwar ruhig, aber bestimmt abweisend. Was diese Theorie sagt,„kann nicht die wahre Erklärung sein" indem sie voraussetzt, „wasin der Natur nicht stattfindet". In einem an Pelouze gerichteten,in der französischen Akademie vorgelesenen Briefe unterzog Ber-| zelius die Arbeit einer scharfen Kritik, in welcher er sich haupt-sächlich gegen Dumas wendete. Die erste Veröffentlichung überj die mehrbasischen Säuren ist nämlich in einem gemeinschaftlichen\ Artikel von Liebig und Dumas zu finden, obgleich die Ideen vonI Liebig herrührten. „Ihr Angriff auf Dumas", schrieb Liebig an! Berzelius, „war mir leid, weil Sie mich damit angriffen, mich, ineiner Ansicht, die nicht von Dumas herrührt, in die er nur mitSchwierigkeit einging, es ist dies nämlich die von den Wasserstoff-säuren."

Es entspann sich ein Kampf zwischen Berzelius einerseitsund Liebig und Dumas andererseits, in den sich auch Pelouzehineinmischte (er beanspruchte für sich die Priorität der neuenTheorie) und in den auch Untersuchungen von Peligot und vonPayen hineingezogen wurden. Die sachlichen Meinungsdivergenzenbezogen sich wesentlich auf die Zusammensetzung der citronen-sauren und Weinsäuren Salze und auf den Umstand, daß dieneutralen Zitrate bei höherer Temperatur Wasser verlieren. Diegenannten Arbeiten von Peligot und Payen sprachen zugunstender Liebigschen Auffassung über die Zusammensetzung derCitronensäure und der Weinsäure. Wir wollen auf diese Streitig-keiten hier nicht eingehen. Was die Erklärung der Tatsachendurch die Wasserstoffsäuretheorie betrifft, äußerte Berzelius inseinem Jahresbericht (1839):

„Im Verlauf unserer Forschungen zeigen sich bisweilen Er-scheinungen, die von den gewöhnlichen Verhältnissen so verschieden