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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Ende des Streites über die Substitutionstheorie,

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Verbindungen zu bringen. Er glaubte aber, daß man zu einergrößeren Klarheit nur auf dem Wege der allmählichen ruhigenEntwickelung kommen könnte, aber nicht, wenn man den Leit-faden verlassen würde, dem man mit Erfolg gefolgt war, und nachneuen ungeprüften Prinzipien tastend suchte. Dadurch würdeman nur das Erreichen des Zieles aufs Spiel setzen oder er-schweren. Folgender Ausspruch von ihm anläßlich der ÄußerungLiebigs, daß neue Prinzipien in der organischen Chemie nötigwären, ist in dieser Hinsicht charakteristisch (1840): „DieseMethode in der Morgendämmerung unserer Bestrebungen, neueund unbekannte Prinzipien zur Leitung unseres Urteils aufzu-suchen, wird für uns, soweit ich es einsehen kann, das größteHindernis, zu dem Rechten geführt werden zu können. Seitdemes zugegeben worden ist, daß in den leichter einzusehenden Zu-sammensetzungseinzelheiten der organischen Natur die unorga-nischen Zusammensetzungsverhältnisse sich beibehalten und vondenselben Naturgesetzen bestimmt zeigen, wie in der unorga-nischen Natur, haben wir da einen sicheren Leitfaden. Er geht,es ist wahr, in ein Gewirre, das nur schwierig entwirrbar zu seinscheint, aber der Leitfaden verläßt uns nicht, wenn wir ihn nichtfreiwillig verlieren; und tun wir dies, so bleibt die Verwickelungunentwirrt. Wir müssen konsequent zuwege gehen, uns in derForschung auf bekannte Naturgesetze und auf ausgemittelte Ver-hältnisse stützen, niemals ganz nach neuen Prinzipien oder Er-klärungsweisen haschen; sie führen uns zu solchen wie die Sub-stitutionstheorie, mit ihren chemischen Typen und mit der relativenStelle der Elemente, als Bedingung ihrer chemischen Rolle usw.,zu Ideen, die keine gründliche Prüfung bestehen."

Berzelius hat zwar in diesem Streit verloren, und er mußtebesiegt werden; die Verteidigung der älteren Anschauungsweiseübte aber einen wohltuenden, mäßigenden Einfluß auf eine Rich-tung aus, die zur Selbstüberschätzung und zur Geringschätzungdes Alten neigte. „Sollen wir heute", sagt Wurtz (1869), „zwanzigJahre nach Berzelius' Tode, um seines Andenken willen dieKämpfe beklagen, die seine letzten Jahre beunruhigt haben, undaus denen er nicht als Sieger hervorgegangen ist? Keineswegs.Dieser große Streit hat seine Früchte getragen, und Berzelius'heftiger Widerspruch hat heilsamer gewirkt, als Stillschweigenund Ruhe zu wirken vermocht hätten. So hat er als mächtigerGegner selbst durch seine Irrtümer der Wissenschaft gedient, diee r durch seine Entdeckungen so reichlich ausgestaltet hatte."

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