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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Ende des Streites über die Substitutionstheorie.

Wöliler schreibt er (1846), anläßlich, der Einleitung seines Lehr-buches der organischen Chemie: „Es ist wirklich Zeit, daß wir,jeder an seinem Platz, die Aufmerksamkeit auf den gräßlichenWirrwarr lenken, den Dumas mit seinen Typen, seiner Meta-lepsie in die Wissenschaft gebracht hat, und den Laurent undGerhardt bis zur Verrücktheit betrieben haben. Wenn ich eineAbhandlung zu lesen bekomme, worin so etwas in Frage kommt,finde ich die metaleptischen Ansichten verwendet und so an-genommen, als wären sie nie bestritten worden und als könnteihre Unrichtigkeit nicht einmal in Frage gestellt werden. Es ist,als hätte kein Mensch gelesen, was ich alles seit 1839 in denJahresberichten dagegen gepredigt habe. — Mir ist das Schicksalder Kassandra zuteil geworden." Er hofft doch noch immer, daßein gesünderer Instinkt erwachen wird, und glaubt „ein köstlichesWasser auf seine Mühle" erhalten zu haben, als Malaguti, „deruntergeordnete Diener Dumas'", bei näherer Untersuchung der Zer-setzung des Perchloräthers zu dem Schluß gekommen war, daß ereine andere Konstitution als der Äther habe. Und noch im Jahre 1847äußerte er anläßlich eines Briefes von Cahours: „Die Typentheoriemuß also ihrem Falle recht nahe sein. Ich antworte ihm heuteund lenke seine Aufmerksamkeit auf das, was an deren Stellegesetzt werden muß."

In der letzten (fünften) Auflage seines Lehrbuches (1847)äußert sich Berzelius, nachdem er einen recht ausführlichenBericht über Dumas' Lehren erstattet hat:

„Ich halte es für überflüssig, noch mehr Einzelheiten vondiesen vollkommen willkürlichen Ansichten darzustellen, besondersda ich überzeugt bin, daß sie sehr bald vernünftigeren und aufGründe gebauten Ansichten von der organischen ZusammensetzungPlatz machen werden, indem man sich lieber mit rein empirischenZusammensetzungsformeln begnügen wird, als solche rein erdichteterationelle zu wählen, und dieser Übergang zu dem Besseren kannnicht mehr entfernt sein." Eine Entwickelung „zum Besseren"fand wohl statt, aber nicht in dem Sinne, wie Berzelius gedachtund gehofft.

Es wäre ungerecht, wenn man in Berzelius' Unwillen gegendie neuen Strömungen nur ein eigensinniges, persönliches undehrgeiziges Festhalten an den Lehren, die er umfaßt und aus-gebildet hatte, sehen wollte. Er sah wohl ein, daß diese Lehrenin ihrer damaligen Gestalt nicht genügend waren, um Klarheitin die verwickelten Zusammensetzungsverhältnisse der organischen