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Substitutionserscheinungen.
des Wasserstoffs eingetreten war und bei dessen Bildung, wie erhervorhebt, Wasserstoff Volum für Volum durch Chlor ersetztwird. Weiter hatten Liebig und Wöhler aus dem Bittermandelöloder Benzoylwasserstoff, durch Behandlung mit Chlor, das Chlor-benzoyl erhalten, in welchem ihrer Ansicht nach Chlor an Stelleeines Atoms Wasserstoff getreten war.
Diese Beobachtungen standen aber vereinzelt da und ihnenwurde keine besondere Beachtung geschenkt, um so mehr, als manin der herrschenden Anschauungsweise keine Anhaltspunkte zuihrer Erklärung finden konnte. Der elektrochemische Charakterdes Wasserstoffs war dem der Metalle analog. Ähnlich den Metall-oxyden wurden dem Wasser basische Eigenschaften zugeschrieben.Der elektrochemische Charakter des Chlors galt als dem desSauerstoffs nahestehend und daher von demjenigen der Metalleund des Wasserstoffs absolut verschieden, so daß die Bildunganaloger Verbindungen durch die Vereinigung des Wasserstoffsmit gewissen Elementen und durch die des Chlors mit denselbenElementen völlig ausgeschlossen schien. Diametral entgegengesetztwaren die Ansichten, welche Dumas auf Grund der angeführtenTatsachen und bei der Veröffentlichung seiner Versuche ükexjias(Moral im Jahre 1834 bekannt machte.
In seiner Biographie über Dumas erzählt A. W. IIofmannj_daß die Substitutionstheorie ihren Ursprung einer Soiree in denTuilerien verdanke. Eines Abends fand die im Palaste versammelteGesellschaft die Säle von heftig reizenden Dämpfen erfüllt, welcheoffenbar von den mit rußenden Flammen brennenden Wachs-kerzen ausgingen. Man wendete sich zu A. Brongniart, um seineMeinung bezüglich dieses unliebsamen Zwischenfalles einzuholen.Brongniart betraute seinen Schwiegersohn Dumas mit dem Auf-trage, die verdächtigen Kerzen zu untersuchen. Es fiel ihm nichtschwer, diesen Vorfall aufzuklären, um so weniger, als Gay-Lussacschon lange vorher die Beobachtung gemacht hatte, daß, wennWachs in Chlorgas liegt, Salzsäure gebildet wird. Die erstickendenDämpfe waren Salzsäure, und es konnte nicht bezweifelt werden,daß der Kerzenfabrikant mit Chlor gebleichtes Wachs verarbeitethatte und daß in dem so gebleichten Wachs Chlor zurückgebliebenwar, welches sich beim Brennen der Kerzen als Salzsäure ent-wickelte. Die Tatsache stand also fest, daß organische Substanzen,welche mit Chlor behandelt werden, die Fähigkeit besitzen, diesesElement zu fixieren, und zwar in Quantitäten, welche eine zufälligeVerunreinigung ausschließen.