Ermittelung der atomistischen Zusammensetzung.
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von Will und Varrentrapp, welche hierbei einer AnregungWöhlers folgten, ausgearbeitet. Versuche in der Richtung warenindessen schon zehn Jahre vorher von Dumas gemacht worden*).Die Überzeugung Liebigs, daß die neue Methode „sehr bald zurgroßen Zufriedenheit aller Analytiker die bis jetzt gebräuchlichenersetzen werde", bestätigte sich. Sie wurde erst durch die Methodevon Kjeldahl (1883) verdrängt.
Berzelius war indessen die Ermittelung der Elementar-zusammensetzung nur ein Mittel; „der Endzweck der Analysenist, zu bestimmen, welche die Anzahl ihrer Atome ist". Es istschon erwähnt worden, daß er anfangs über die Anwendbarkeitder chemischen Proportionen auf das organische Gebiet nichtrecht zur Klarheit gelangen konnte. „Die Produkte der organischenStatur wollen sich, dem ersten Anschein nach, nicht in die Gesetzefügen, auf die ich bei den unorganischen Stoffen geführt bin",sagt er im Jahre 1811. Aber je länger er sich mit dieser Fragebeschäftigte, desto fester wurde er in seiner Meinung, daß auchin den organischen Körpern die Elemente sich nach bestimmtenProportionen verbinden, obgleich dies hier nicht so deutlich hervor-tritt wie bei den einfacher zusammengesetzten unorganischenVerbindungen, und obgleich Daltons einfache Regeln für diemultiplen Verbindungsverhältnisse ihre Bedeutung hier verlieren.„Streng genommen kann aus jedem Analysenresultat", sagt er,»eine Atomanzahl für die verschiedenen Elemente berechnetwerden, wenn man sich nicht von den hohen Zahlen abschreckenläßt, aber die Richtigkeit einer solchen Berechnung setzt einevollkommen richtige Analyse voraus. Die geringste Verschieden-heit im Resultate gibt eine andere Anzahl von Atomen, ohne eineMöglichkeit zu bestimmen, welches von den voneinander ab-weichenden Resultaten das richtige sei."
Nur durch die Ermittelung der Sättigungskapazität konnte,nach Berzelius, die Anzahl der Atome in einer Verbindung mitSicherheit bestimmt werden. Er betrachtete es als bewiesen, daß]edes Oxyd, auch ein solches mit zusammengesetztem Radikal,sich mit einem anderen Oxyd in der Weise verbindet, daß derSauerstoff des einen ein Multiplum vom Sauerstoff des anderen18 t, d. h. 1-, 2-, 3-, 4- usw. mal soviel Atome Sauerstoff als der
) In bezug auf die Geschichte der organischen Elementaranalyse kannaut die Monographie von M. Dennstedt: „Die Entwickelung der organischenRH 1 ?^ u ana ^y se " (Sammlung chemischer und technisch-chemischer Vorträge,a -lv, Heftl bis 3, Stuttgart 1899) hingewiesen werden.