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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Ermittelung der atomistischen Zusammensetzung.

andere enthält. Verbindet sich nun der organische Körper miteinem binären Oxyd, dessen Anzahl von Sauerstoffatomen be-kannt ist, so kann man, wenn die Sauerstoffmenge in dem orga-nischen Köi-per durch Analyse ermittelt ist, bestimmen, wievielAtome dies in der Quantität von der organischen Verbindungausmacht, welche zur Sättigung von einem Atom des binärenOxyds nötig ist. Man hatte z. B. gefunden, daß die Sättigungs-kapazität der Essigsäure 15,55 ist, d. h. daß die Basis, durch die100 Tle. Essigsäure gesättigt werden, diese Quantität Sauerstoffenthält. Bei der Analyse fand man in 100 Tln. Essigsäure 46,64Sauerstoff, 47,53 Kohlenstoff und 5,83 Wasserstoff. Nun muß derSauerstoff infolge des erwähnten Gesetzes ein Multiplum mit einerganzen Zahl von 15,55 sein. Man findet, daß 15,55 x 3 = 46,65ist. Daraus ist ersichtlich, daß die Essigsäure auf jedes AtomSauerstoff in der Basis drei Atome Sauerstoff enthält. Wennaber die Quantität des Sauerstoffs drei Atomen entspricht, somüssen auch die gefundenen Quantitäten der anderen Elementeirgend einer Anzahl von ganzen Atomen entsprechen, welcheerhalten wird, wenn man ihre Mengen — auf die Sauerstoff-menge in Essigsäure = 300 (3 x 100) berechnet — mit denAtomgewichten dividiert. So findet man, daß jedes Atom Essig-säure aus drei Atomen Sauerstoff, sechs Atomen Wasserstoff undvier Atomen Kohlenstoff besteht. Berzelius betont, daß manin dieser Weise zu dem einfachsten Atomverhältnis kommt. Dierichtige Zusammensetzung könne aber auch ein Mehrfaches des-selben sein.

Im Jahre 1815 stellte Berzelius, nachdem er die späterallgemein angenommenen Symbole für die Atome der Elemente(C, H, O usw.) vorgeschlagen hatte, zum ersten Male Formeln fürdie organischen Verbindungen (Säuren) auf, deren Elementar-zusammensetzung er in angeführter Weise ermittelt hatte. DieFormeln drücken ein Atom oder Volum (Molekül) der Verbindungaus. Die Essigsäure erhielt dem oben Angeführten gemäß dieFormel 6 H -f 4 C + 3 O, die Citronensäure H -f C + 0, die Wein-säure 5H-f 4C+-5 0, die Bernsteinsäure 4H + 4C-(-3 0, dieBenzoesäure 30 + 12 H -)- 15 C usw. In der Oxalsäure (wasser-freien) nahm er zuerst Wasserstoff an und kam zu einer sehrkomplizierten Formel, welche er jedoch später in 3 0 + 2 C um-änderte. Wie aus diesen Formeln ersichtlich ist, hatte Berzeliusfür die meisten dieser Säuren das richtige oder nahezu richtigeAtomverhältnis gefunden.