III.
Eigentümlichkeit der organischen Verbindungen nachBerzelius. Lebenskraft. Wöhlers Entdeckung derkünstlichen Bildung des Harnstoffs. Die Ansichtenüber die organische Synthese. Berzelius, Liebig,
Gerhardt.
„Ohne Kenntnis der chemischen Kräftekann die Natur der Lebenskraft nicht er-gründet werden." Liebig.
Wir kehren nun zu Berzelius zurück. Nachdem er in seinemLehrbuch den Unterschied zwischen den Phänomenen in der an-organischen und der lebenden Natur auseinandergesetzt hatte,äußerte er: „Die unorganischen Elemente der organischen Körperkönnen zwar auch nicht vernichtet werden, aber das eigentliche
Wesen dieser Körper wird unwiederbringlich zerstört.-------Das
Wesen des lebenden Körpers ist folglich nicht in seinen un-organischen Elementen begründet, sondern in etwas anderem,welches die unorganischen, für alle lebende Körper gemeinschaft-lichen Elemente zur Hervorbringung eines gewissen, für jedebesondere Art bestimmten und eigenen Resultates disponiert."
„Dieses Etwas, welches wir Lebenskraft nennen, liegtgänzlich außerhalb der unorganischen Elemente und ist nichteine ihrer ursprünglichen Eigenschaften, wie Schwere, Undurch-dringlichkeit, elektrische Polarität u. a. m., aber was es ist, wie esentstehe und endige, begreifen wir nicht."
„Von chemischer Seite betrachtet, ist der lebende Körpereine Werkstätte chemischer Prozesse, die durch eigene, für dieBeschaffenheit des hervorzubringenden Produktes eingerichteteInstrumente ausgeführt werden, von welchen jedes einzelne denNamen Organ bekommt. Davon hat die lebende Natur den Namenorganische bekommen, eine Benennung, welche wir auch auf dieÜberreste und Produkte lebender Körper so weit ausdehnen, bissie endlich ihre Elemente ganz und gar und nur nach Art derunorganischen Natur vereinigt haben."