Begriff und Einteilung.
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einer organischen verdient, ist frei von Kohlenstoff. „Man könnte",sagt er weiter, „die organischen Verbindungen einfach als dieVerbindungen des Kohlenstoffs definieren", aber dann müßte manauch die bisher als unorganisch angesehenen, wie Kohlenoxyd,Kohlensäure, Schwefelkohlenstoff, Phosgen, Gußeisen usw., zu ihnenrechnen. Nimmt man aber ihre Zusammensetzung in Betracht, sokann man sagen, daß „die organischen Verbindungen alle ein-fache Verbindungen sind, welche mehr als ein Atom Kohlenstoffenthalten". Diese Definition schloß die obengenannten Verbin-dungen aus, dagegen Sumpfgas, Methylalkohol, Ameisensäure,Cyan usw. ein, weil das Atomgewicht des Kohlenstoffs gleich6 angenommen wurde. Als man aber fand, daß dieses Atom-gewicht verdoppelt werden muß, und daß Kohlenoxyd, Kohlen-säure usw. dieselbe Menge Kohlenstoff im Molekül enthalten wiedie einfachsten organischen Körper, hielt Gmelins Definitionnicht mehr Stich.
Gerhardt enthielt sich in seinem großen Lehrbuche derorganischen Chemie einer bestimmten chemischen Definition desBegriffes organischer Verbindung. Als die Aufgabe der organischenChemie bezeichnet er die Erforschung der Zusammensetzung undUmwandlungen „der organischen Verbindungen außerhalb deslebenden Organismus".
Erst in dem Lehrbuche von Kekule (1859) finden wir dierichtige Begrenzung und richtige Auffassung von dem Gebiete derorganischen Chemie. „Wir definieren", sagt er, „die organischeChemie als die Chemie der Kohlenstoffverbindungen. Wir sehendabei keinen Gegensatz zwischen organischen und unorganischenVerbindungen. Das, was wir mit dem althergebrachten Namenorganische Chemie bezeichnen und was man zweckmäßiger Chemie| der Kohlenstoffverbindungen nennen würde, ist vielmehr nur einspezieller Teil der reinen Chemie, den wir deshalb besondersabhandeln, weil die große Anzahl und die besondere Wichtigkeitder Kohlenstoffverbindungen ein spezielles Kennenlernen derselbennötig erscheinen läßt." Diese Auffassung ist bestehen geblieben.iJ ie vollständige Trennung der Kohlenstoffverbindungen von denender übrigen Elemente ist nie mit strengster Konsequenz durch-geführt worden.
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