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Begriff und Einteilung.
und Säuren, „welche aus einer Säure, die innig mit einer anderenSubstanz verbunden ist, bestehen". Bei den letztgenannten führter z. B. die Ätherschwefelsäuren, die Naphtalinschwefelsäure usw. an.
Wöhler war gerade zu dieser Zeit mit der Herausgabe seinesKompendiums beschäftigt. Aus dieser Veranlassung schrieb eran Berzelius 1 ): „Mitscherlich ist bei der Aufnahme vonorganischen Körpern in seinem Lehrbuche viel zu weit gegangen.Aber wie ich mich drehe und wende, weiß ich den Übelständen,die ein System so gut wie das andere hat, nicht abzuhelfen. AmEnde bleibt es am zweckmäßigsten, die alte scharfe Trennung inunorganische und organische Chemie beizubehalten, also Alkohol,Äther, Naphtalin, Benzoyl, Ätherarten, Amide aus dem unorga-nischen Teil wegzulassen. Freilich entsteht dann eine Inkonsequenz,wenn man die organischen Säuren darin aufnimmt. Aber könnteman auch nicht diese weglassen?" Berzelius antwortete zustim-mend und meinte, daß alle Stoffe organischen Ursprungs in dieorganische Chemie zu setzen wären, „sogar die Essigsäure und ihreKameraden". „Mitscherlichs sonst so vortreffliches Buch, sagt er,beweist am besten, welches Sammelsurium man erhält, wenn manzu schwierige Teile der organischen Chemie in die unorganischeChemie hineinzieht, deren Studium dadurch erschwert wird, ohne
daß man mit der organischen besser bekannt wird.-------Hiermit
glaube ich, daß die Fragen so beantwortet werden können: 1. daßkeine von den organischen Verbindungen bei den unorganischenerwähnt wird, 2. daß man sie als Oxyde von zusammengesetztenBadikalen betrachtet, denn alles andere läßt Platz für arbiträreAnsichten, und 3. daß jede Verbindung in dem System für dieorganische Chemie an der Stelle placiert wird, wo sie das Interessedes Lernenden am meisten erweckt."
Das zuletzt Angeführte bezieht sich allerdings weniger aufden Begriff der organischen Chemie als auf eine zweckmäßigeBehandlung der hierher gehörigen Verbindungen, aber solchepraktische Gesichtspunkte haben tatsächlich auf die Gestaltungdes Lehrgebietes Einfluß ausgeübt.
In dem schon erwähnten Handbuche von Gmelin (1848) wirdder Kohlenstoff als der einzige wesentliche Bestandteil der orga-nischen Verbindungen angesprochen. Jedes der übrigen Elementekann in einer einzelnen organischen Verbindung fehlen, aber keineVerbindung, welche nach allen ihren Verhältnissen den Namen
J ) Briefwechsel zwischen J. Berzelius und F. Wöhler. Herausgegebenvon O.Wallach. Leipzig 1601.