Vorgeschichte. 3
dieses Körpers, die härtesten Steine zu zerstören, machte mansich die übertriebensten Vorstellungen. Vom Essig stammen dieBegriffe „sauer" oder „Säure" her. Sie werden im Griechischenund Lateinischen mit denselben oder einander sehr nahestehendenWörtern bezeichnet (oj-og — Essig, 6j-vg — sauer, acetum = Essig,acidus = sauer). Der Essig der Alten war roher Weinessig undman nahm die Gegenwart desselben in allen sauren Pflanzensäftenan. Die Alchemisten erfanden die Kunst, aus dem Essig durchDestillation eine stärkere Essigsäure zu bereiten. Dieser Prozeßwird von Geber (im 8. Jahrhundert) beschrieben. Diese Säureund ihre Salze, von denen unter anderem das Kupfersalz (Grün-span) und das Bleisalz (Bleizucker) bekannt waren, spielten einewichtige Rolle bei den Operationen der Alchemisten, auch nach-dem die stärkeren Mineralsäuren entdeckt waren. In diesem Zu-sammenhang mag erwähnt werden, daß einer der ersten Destil-lationsversuche mit einem organischen Körper gemacht wurde.Plinius beschreibt nämlich die Darstellung des Terpentins durchDestillation von Harz.
Die Bereitung des Weines durch Gärung von Traubensaftwar schon während der vorgeschichtlichen Zeit bekannt. Die altengypter und die Germanen kannten die Kunst, Bier zu brauen, undhei den nordischen Völkern wurde schon früh Meth aus Honigoereitet. Die Destillation des Weines, die Gewinnung des „ge-brannten Weines" oder des „brennenden Wassers" wurde abererst viel später bekannt. Diese Entdeckung ist vermutlich im11. Jahrhundert und mit großer Wahrscheinlichkeit in Italiengemacht worden 1). Die Bereitung dieses flüchtigen Körpers{Spiritus vini, spiritus ardens, aqua vitae, Weingeist) aus Weindurch Destillation und Kondensation mittels Kühlschlangen wirdzuerst von Marcus Graecus und Thaddäus Florentinus (um1250) beschrieben. Der arabische Name Alkohol, worunter einbeliebiges feines Pulver verstanden wurde, ist erst von Para-celsug auf den reinen Weingeist übertragen worden. Als Arznei-mittel — un d zunäcnst als Geheimmittel — kam der WeingeistT l' Jahrhundert in Gebrauch und stand als solches in hohemnsehen. Die Verbreitung außerhalb Italiens scheint besondersurch die große Pest von 1348 gefördert worden zu sein. Lullus
und v Tz" 3 älteie Geschic:hte d es Alkohols haben namentlich Berthelotmann' Ah^^f 1111 klarzule g ei1 versucht. (Siehe unter anderen v. Lipp-1913, S.7813, u™) en UndVorträ £ e > BcL2 > S - 203 > Leipzig 1913 und Chem.-Ztg.
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