IV. Anthozoen : Octocorallien.
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Fig. 195. Cladocora caespitosa(nach Heider). Verhältnis vomSkelett zum Weichkörper.
dann auf ihrer Außenseite als „Costae" herab. Nach außen von derTheca resp. den Costae findet sich öfters ein cylindrisches Kalkblatt, dieEpitheca. In der Achse des Kelchs kann eine größere Kalksäule oderein Haufen kleinerer Säulchen, die Columella, aufsteigen (Fig. 193).Wenn zwischen dem freien inneren Rand der Septen und der Columellabesondere Kalkpfeiler stehen, nennt man dieselben Pali. Feinste Kalk-stäbchen. Syuap t ikeln, können die Septen quer untereinander verbinden.Besondere Skelettstücke, die Tabulae, endlich werden durch die Wachs-tumsverhältnisse des Polypen veranlaßt. Dieser baut am oberen Randeder Theca das Skelett immer weiter und verläßt in gleichem Maße dietieferen Partien desselben. Gegen den verlassenen Teil grenzt er sichdurch horizontale Scheidewände ab; dies sind die Tabulae. Finden sichviele kleine und dünne Kalkblättchen, so spricht man von Dissepimenten.
Früher glaubte man, daß die Corallen-skelette nichts anderes seien, als die mitKalk imprägnierten einzelnen Teile desWeichkörpers, und hat von ersteren ohneweiteres einen Rückschluß auf die Anord-nung der letzteren gemacht. Dies hat sichals ein vollkommener Irrtum herausgestellt;die Sclerosepten bilden sich zwischen denSarcosepten in den Radialkammern undebenso die Theca innerhalb und in eini-ger Entfernung vom Mauerblatt (Fig.194). Als eine Ausscheidung des Mauer-blatts selbst kann nur die keineswegs häu-fige Epitheca angesehen werden. Von vorn-herein ist es daher zwar wahrscheinlich,aber nicht durchaus notwendig, daß derNumerus der Sclerosepten dem der Sarco-septen entspricht; bei manchen Corallenfehlt sogar diese Übereinstimmung, wiez. B. bei den Heliofioriden, welche man nach ihrem Skelett früher fürHexacorallien hielt, während ihr Weichkörper sie unzweifelhaft unterdie Octocorallien verweist.
Vermöge ihrer Skelettbildung legen die Anthozoen große MengenCoraiienriffe.von kohlensaurem Kalk in gewaltigen, aus dem Grund des Meeres aut-steigenden Bauten, den Corallenriffen, fest. Dieselben bestehen aus ver-schiedenen Arten, unter denen aber die Madreporarien die dominierendeRolle spielen. Wenn die Riffe die Meeresoberfläche erreichen, könnensie zur Bildung von kleinen Inseln Veranlassung geben, die durch eigen-tümliche Gestalt ausgezeichnet sind; am merkwürdigsten sind die Atolle,ringförmige Inseln, in deren Innerem sich ein Becken von Meerwasserbefindet. Die Entstehung solcher Atolle, wie die Entstehung der Strand-nnd Barriereriffe ist Gegenstand vieler Theorien geworden, unter denenDarwins Theorie vom Corallenwachstum lange Zeit über am meistenAnklang gefunden hat.
I. Ordnung. Octocorallien, Alcyonarien.
Die Alcyonarien. anatomisch durch die Anwesenheit von 8 Einzel-septen charakterisiert (Fig. 190), lassen sich äußerlich sofort daran er-kennen, daß nur 8 Tentakeln vorkommen, und daß diese 8 Tentakeln
Hartwig, Lehrbuch der Zoologie. 8. Auf!.
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