224 Cölenteraten.
vegetative Außer der geschlechtlichen Fortpflanzung besitzt die überwiegende
pfianaung. Mehrzahl der Anthozoen die Fälligkeit, sich durch Knospung und Teilungzu vermehren. Die Knospen lösen sich in manchen Fällen ab; gewöhn-lich bleiben sie aber mit der Mutter verbunden (Fig. 191 B, C)\ auf diesemWeg oder durch unvollkommene Teilung entstehen Kolonien, welche ausvielen Hunderten und Tausenden von Individuen bestehen können. Viel-fach wird der Zusammenhalt bewirkt durch das Cönenchym oder Cöno-sarc, welches bei den Octocorallien vorwiegend aus Mesoderm besteht,auf seiner Oberfläche von Ectoderm überzogen, im Innern von reich ver-ästelten und anastomosierenden Entodermkanälchen durchsetzt wird. BeiBeunruhigung können sich die Einzelpolypen blitzschnell in das Cönosarczurückziehen,siceiott. Die stockbildenden Anthozoen haben fast stets ein vom Ectoderm
aus entstehendes Skelett von kohlensaurem Kalk oder von einer or-ganischen Substanz, welche man Hornsubstanz nennt, obwohl sie nicht
Fig. 193.
Fig. 194.
Fig. 193. Schliff durch das Skelett von Caryophyllia cyathus (nach Koch).Nach außen Theca, nach innen Septen (I—XII, 1. und 2. Cyclus), Pali und im Cen-trum die Columella.
Fig. 194. Schema eines Querschnitts durch den Weichkörper und das Skeletteiner Hexacorallie, oberhalb der Linie ab ist der Schnitt durch das Schlundrohr, unter-halb der Linie ab unterhalb dem Schlundrohr geführt. Das Secret schwarz, r Richtungs-septen, s Schlundrohr.
mit dem Keratin der Wirbeltiere identisch ist. Auch kommt es vor, daßsich das Skelett aus alternierenden Kalk- und Hornstücken aufbaut. DerAnordnung nach unterscheidet man Achsen- und Rindenskelette. DieAchsenskelette beschränken sich auf die innersten Partien des Cöno-sarcs, lassen dagegen die weiche Rinde, in welcher die Polypen wurzeln,wie auch die Polypen selbst, unverkalkt. Die Rindenskelette gehendagegen von den Polypen aus und wiederholen die komplizierte Structurderselben bis zu einem gewissen Grade (Fig. 193, 194). Stets ist eineTheca vorhanden, ein Kalkcylinder, welcher an das Mauerblatt der Einzel-polypen erinnert, meist kommen dazu radiale Scheidewände, welche manim Gegensatz zu den Scheidewänden des Weichkörpers Scleroseptennennt.
Die Theca entsteht durch Verschmelzung der Sclerosepten. Trittdieser Verschmelzungsprozeß in einiger Entfernung von den peripherenEnden der Septen ein, so ragen letztere über die Theca hinaus; sie laufen