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Cölenteraten.
ablösenden Medusen. Da Polyp und Medusen dem obigen zufolgemorphologisch einander gleichwertig sind, hat das Hydroidenstöckchenzur Zeit, wo die Medusenknospen noch nicht abgelöst sind, den Cha-rakter einer polymorphen Kolonie, bestehend aus Individuen, welchenur ungeschlechtlich sich fortpflanzen (Hydranthen), und aus solchen,welche die geschlechtliche Fortpflanzung übernommen haben (Medusen).So gelangen wir zur Vorstellung, daß der Generationswechsel der Hy-droiden durch Arbeitsteilung oder Polymorphismus ursprünglich gleich-wertiger Individuen entstanden ist. indem die Geschlechtstiere sich ab-lösten und einen eigenartigen Bau gewannen. Wie der Generationswechselaus dem Polymorphismus hervorgegangen ist, so kann er sich auch wiederin denselben zurückverwandeln. Dies geschieht, wenn die Medusen, an-statt sich loszulösen, in der Kolonie verbleiben. Sie werden dabei zuden „Sporosacs" rückgebildet, indem sie stets Mundöffnung, Velum,Tentakeln (Fig. 1751) einbüßen, oft auch die Radialkanäle und den Ring-kanal (II), so daß nur der Magen (Spadix) und die Geschlechtsorganeübrig bleiben, letztere umhüllt von den Rudimenten des Medusenschirms.Die Figuren III lassen erkennen, daß schließlich sogar das Rudimentder Medusenglocke ganz oder fast ganz schwinden kann; da Medusenund Sporosacs bei nahe verwandten Arten vicariieren können, vielleichtsogar bei derselben Art (Pennaria tiarelkt), werden sie mit einem ge-meinsamen Namen „Gonophore" bezeichnet.
Die Entwicklungsweise der Hydrozoen kann sich nach zwei weiterenRichtungen abändern, indem entweder die Bildung der Medusen-generation oder die der Hydroidengeneration unterbleibt, Imersteren Falle haben wir Polypen, welche sich sowohl geschlechtlich alsungeschlechtlich fortpflanzen können, im anderen Falle Medusen, ausderen Eiern direkt wieder Medusen entstehen. Im ganzen ergeben sichsomit vier Fälle: 1. Polypen erzeugen, zeitweilig geschlechtlich, zeitweiligungeschlechtlich, stets nur Polypen; 2. Medusen erzeugen stets nurMedusen; 3. Polypen und Medusen stehen miteinander im Generations-wechsel; 4. Polypen und sessile Medusen, d. h. Sporosacs, bleiben zueinem polymorphen Tierstock vereint.
Verbreitung Nach ihrer geographischen Verbreitung sind die Hydramedusen
Systematik, als marine Tiere zu bezeichnen. Die Hydroidenstöckchen sind zumeistKüstenbewohner, finden sich aber auch in größerer Meerestiefe (bis zu7800 in); die Medusen dagegen gehören der pelagischen Tierwelt an.Als Ausnahmen von der Regel und als ausschließliche Süßwasserbewohnerkannte man lange Zeit über nur die zum großen Teil auch bei uns ein-heimischen Arten der kosmopolitischen Gattung Hydra. In der Neuzeitsind weitere Süßwasserbewohner bekannt geworden, und zwar sowohlHydroiden (Protohydra Ryderi Potts in Amerika, Polypodium hydriformcin Rußland), als auch Medusen {Limnocodiwni Sowerbyi Lank. wahrschein-lich aus Brasilien, Limnocnida Taganyicae Gthr. in Afrika, Halmomiseslacustris Kenn, auf Trinidad). An der Grenze von Süß- und Salzwasser,im Brackwasser, siedelt sich Cordylophora lacustris Allm. an. — Bei derSystematik kann man sowohl die Hydroidenform wie die Medüsenformzugrunde legen. Bei ausschließlicher Berücksichtigung der Hydroidenkommt man zu vier Gruppen:
1. Hydrarien. Polypen mit ungeschlechtlicher und geschlechtlicherFortpflanzung; ohne dauernde Koloniebildung, ohne Periderm,ohne Gonophore (Fig. 164. 93).