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Lehrbuch der Zoologie
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IV. Ciliaten: Holotrichen, Heterotrichen.

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Spermakern der Furchungskern gebildet wird, so hier durch Vereinigungvon weiblichem und männlichem Kern der Teilkern: wie eine Eizelledurch Befruchtung die Fähigkeit gewinnt, nicht nur wieder Geschlechts-zellen zu liefern, sondern auch somatische Zellen, Zellen welche den ge-wöhnlichen Lebensprozessen des Organismus vorstehen, so bildet der be-fruchtete Nebenkern nicht nur den Nebenkern, sondern auch den Haupt-kern, den functionierenden oder somatischen Kern. Mit anderen Worten,die Befruchtung führt bei den Infusorien zu einer vollkommenenNeugestaltung des Kernapparats und damit auch zu einer Neu-organisation des Infusors.

Bei den meisten Infusorien sind die conjugierenden Tiere gleich-wertig (Isogameten), die Befruchtung ist eine wechselseitige, und estrennen sich die Tiere nach der Befruchtung voneinander. Bei den Peri-trichen dagegen (Fig. 149), meistenteils festsitzenden Formen, wird dieÄhnlichkeit mit den geschlechtlichen ^

Vorgängen der Metazoen noch weiterdadurch gesteigert, daß es zu einer ge-schlechtlichen Differenzierungund einer dauernden Verschmel-zung der conjugierenden Tiere kommt.Einige Tiere, die Macrogameten,behalten ihre Größe und sitzendeLebensweise bei; andere wiederumliefern durch lebhafteTeilung Gruppenvon wesentlich kleineren Individuen,Microgameten; letztere lösen sichab und suchen die Macrogametenauf, um mit ihnen dauernd zu ver-schmelzen bis auf einen kleinen ab-fallenden Rest, der hauptsächlich ausdem kollabierten Cuticularsack be-steht. Die Kernveränderungen sindprinzipiell dieselben wie bei Para-maecium , mit Ausnahme einigerdurch die totale Verschmelzung be-dingter Modifikationen.

Pig. 149. Epistylis utnbellaria (nachGreeff). Teil einer inknospenförmigerConjugation" begriffenen Kolonie, r diedurch Teilung entstandenen Microsporen,k Microsporen in Conjugation mit einerMacrospore.

I. Ordnung. Holotrichen.

Die Holotrichen sind unzweifelhaft die ursprünglichsten Infusorien,insofern alle Stellen der Körperoberfläche sich in der Bewimperung nochgleichartig verhalten: höchstens sind an den Enden des Tieres oder imInnern des Cytostoms einige Wimpern etwas stärker. Von bekannterenFormen gehören hierher die in fauligem Wasser lebenden Paramäcien(Fig. 147): Paramaecium aurelia Müll. (1); von bohnenförmiger Gestalt,mit Trichocysten und zwei Nebenkernen, P. caudatum (2) mit einemNebenkern. Im Darm des Frosches lebt Opalina ranarum Ehrbg., ohneMundöffnung, mit zahlreichen gleichartigen Kernen. Die kleinen en-«ystierten Opalinen werden mit den Fäcalien entleert und von den Frosch-larven verzehrt, welche sich so infizieren.

II. Ordnung. Heterotrichen.

Die Heterotrichen (Fig. 150) haben noch die totale Bewimperung derPfolotrichen, haben aber außerdem einen besonders stark entwickelten Wimper-