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Lehrbuch der Zoologie
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JU

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Protozoen.

coli (nach Leuckart).

Fig. 150! Stentor coeru-leus (nach Schuberg). pPeristom, ad adoraleWimperspirale, o Cyto-stom, c7.<contractile Vari-olen, ca zuführende Ka-näle, k Kern, nk Neben-kerne.

apparat, die adorale Wimperspirale. Diese ist ein flimmerndes Band,

dessen eines Ende in größerer oder geringerer Entfernung von der Mund-

_, ,,. ,_, Öffnung beginnt, dessen

Fig. 150. Fig. 151. i ip ? i

anderes Ende in spiraiem

Verlauf in die Mundöff-nung hinein leitet. DasBand besteht aus quer-gestellten, zuMembra-nellen" verklebten Wim-perreihen, welche wie dieReihen eines Bataillonsin der Längsrichtung desBandes aufeinanderfolgen.Bei den bekanntesten He-Fig. 151. Balantidium terotrichen, den Sten-toren, bildet das von deradoralen WimperspiraleumgrenztePeristom-feld" das trompetenartigverbreiterte vordere Endedes Tieres, während sichnach rückwärts der Kör-per in eine Spitze ver-jüngt, welche vermögehier entspringender Plasmafäden zum Anheften benutzt werden kann.Muskelfibrillen, welche vom hinteren zum vorderen Ende dicht unter derPellicula verlaufen, ermöglichen den Stentoren energische zuckende Be-wegungen. Stentor caeruleus Ehrbg., St. polymorphus Ehrbg., beidebauen sich während des Festsitzens gern Gallerthülsen. Als Parasit desMenschen verdient das Balantidium coli Malmst., welches bei Diarrhöenim Dickdarm auftritt, genannt zu werden; noch häufiger findet sich das-selbe, ohne Erkrankung hervorzurufen, im Dickdarm des Schweines (Fig. 151).Anderweitige Parasiten des menschlichen Darms Bai. minutum Schaud.,Nyctotherus faba Schaud.

III. Ordnung. Peritrichen.

Der Körper der Peritrichen besitzt stets am vorderen Ende einbreites Peristomfeld mit der Mundöffnung, am hinteren Ende hat er ent-weder eine korrespondierende Fußscheibe, oder er ist nach Art einesKelchglases verjüngt und endigt in einen festsitzenden Stiel (Fig. 152).Konstant ist nur die adorale Wimperspirale, welche von den wulstigenRändern der Peristommulde ausgeht, außerdem sich aber auch auf dieWimperscheibe fortsetzt, einen Deckel, welcher für gewöhnlich ausder Peristommulde hervorragt, bei der Contraction aber dicht auf sie ge-drückt wird, während sich über ihm die Peristomlippen zusammenziehen.Außer der Wimperspirale kann noch ein Wimperkranz nahe dem hinterenEnde dauernd oder vorübergehend vorhanden sein. Der Kern der Peri-trichen ist meist wurstförmig und mehrfach gebogen und beschreibt dann mitseinem hinteren Ende einen Haken, in dessen Winkel der kleine Nebenkernlagert. Die bekanntesten Repräsentanten der Ordnung sind die Vorticellinen(Fig. 149, 152), festsitzende Tiere mit einem Stiel, welcher meist hohl ist.