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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Protozoen.

sie zur normalen Gestalt zurück. Die Konstanz der Körpergestalt hängtmit der Erhärtung der Oberfläche zu einer gegen die Sarcode mehr oderminder deutlich abgesetzten Pellicula (Cuticula) zusammen, welche beiden ametabolen Formen panzerartige Festigkeit gewinnt, bei den meta-bolen dagegen eine große Biegsamkeit bewahrt. Die Pellicula wird vonden Wimpern oder Cilien bedeckt, kleinen, schwingenden Fortsätzen,welche nicht einzeln, sondern in größeren Mengen gleichzeitig bewegtwerden und sowohl zur Fortbewegung als auch zum Herbeistrudeln derNahrung dienen; sie bilden das systematisch wichtigste Merkmalder Klasse (Fig. 147 u. f.).

Die Anwesenheit einer Pellicula macht die Einrichtung eines nurbei manchen parasitischen Arten fehlenden Cytostoms (o) nötig, da dieNahrungskörper durch die Pellicula nicht hindurchgepreßt werden unddaher nicht mehr an jeder Stelle in den Körper hineingelangen können.Die Pellicula samt ihrer Bewimperung senkt sich an einer Stelle trichter-artig in das Körperinnere hineinund bildet eine Art Speiseröhre(Cytopharynx); am Grund derselbenist sie unterbrochen, so daß hierWasser und Körperprotoplasma mit-einander in Berührung kommen.Durch das Schlagen der Wimpernwird Wasser und darin suspendierteNahrung durch den Mund aufge-nommen und gegen das Proto-plasma gepreßt, welches dem Drucknachgibt. Indem sich die so entstan-dene Aussackung (na) allmählich ab-schnürt, entsteht eine Flüssigkeits-ansammlung im Protoplasma, eineNahrungsvacuole (na), welche vonder Strömung im Körperinnernerfaßt und herumgetragen wird.Das Unverdauliche wird an einerbestimmten, für gewöhnlich in keinerWeise ausgezeichneten Stelle, derCytopyge (Zellenafter), ausge-stoßen. Contractile Vacuolen(cv) fehlen nur selten (bei Meeres-bewohnern und Parasiten); sie sindkonstant in Zahl und Lagerung

Fig. 147. Paramaecium. 1. P. aureliain Teilung, 2. Abschnürung des Cytostomsdes hinteren Teilsprößlings vom alten Cyto-stom auf einem früheren Teilungsstadium,3. gepreßtes P. caudatum schematisiert, kKern, nk Jfebenkern, o Cytostom, k', nk', odie betreffenden Teile des hinteren Tiers,cv contractile Vacuole im contrahierten,cv im ausgedehnten Zustand, t Tricho-cysten, t' dieselben ausgeschleudert, naNahrungsvacuole, na in Bildung begriffen.

und besitzen oft zuführende Kanäle,die ihren Inhalt in die Vacuole entleeren, welche ihn weiter nach außenbefördert.

Inkonstante Vorkommnisse sind Trichocysten, Nesselkapseln undMuskeif ibrillen. Trichocysten sind kleine Stäbchen in der Rinden-schicht des Körpers, welche senkrecht zur Oberfläche gestellt sind undbei Behandlung mit Reagentien (am besten Chromsäure) sich in einen diePellicula durchbohrenden Faden verlängern. Auf Grund dieser Erschei-nungen haben manche Forscher sie für Verteidigungs- und Angriffswaffenähnlich den Nesselkapseln der Cölenteraten erklärt, während andere siefür Taststäbchen halten; mit den Cilien stehen sie in keiner Verbindung.Echte Nesselkapseln wurden selten beobachtet, häufiger Muskel-