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Protozoen.
Flagellaten. Für die Fortpflanzung ist besonders charakteristisch dieganz verschiedene Beschaffenheit der vor und nach der Befruchtung ein-tretenden, der pro- und metagamen Entwicklungsstadien: Die progameEntwicklung (Schizogonie) führt zur .,Autoinfektion", zur Vermehrungder Parasiten in den Geweben des Wirts; der Parasit wächst mäßig heranund zerfällt in zahlreiche junge Tiere (Merozoite). Während diese Ver-mehrung sich bei den meisten Sporozoen häufig wiederholt, ist sie bei
den Gregarinarien
durch ein einmaliges besonders starkes An-
wachsen des Tieres ersetzt, welches erst, nachdem es sich encystiert hat,eine multiple Teilung erfährt. Die metagame Entwicklung (Sporo-gonie) verlangt Encystierung und dient zum Transport der Keime inneue Wirte. Innerhalb der Cyste bilden sich Sporen, die selten nackt,meist mit festen Hüllen umgeben sind; in den Sporen entstehen Sporo-zoite, die ebenfalls mit festen Schalen umgeben sein können und Ausgangs-punkt der progamen Entwicklung werden. Die Befruchtung geht zumeistder Encystierung voraus, seltener wird sie innerhalb der Cyste bewirkt;selten ist sie eine Verschmelzung von Isogameten, meist werden unbeweg-liche Macrogameten von äußerst beweglichen Microgameten befruchtet.Dabei kann der geschlechtliche Dimorphismus von langer Hand vorbereitetwerden und in den den Macro- und Microgameten vorausgehenden Gene-rationen (Gametocyten) schon zum Ausdruck kommen. Bei allen die Be-fruchtung vorbereitenden oder ihr unmittelbar folgenden Teilungen bleibenTeile des Protoplasmakörpers, welche sogar degenerierende Kerne ent-halten können, unbenutzt; sie bilden den „Restkörper". — Von dieser Ent-wicklungsweise weichen die auch sonst eigenartig beschaffenen Myxospori-dien und Sarkosporidien in vielen Punkten ab; doch bilden sie eben-falls behufs Neuinfektion Sporen und Sporozoite.
I. Ordnung. Gregarinarien.
Die typischen Vertreter der Sporozoen, zugleich die am längstenbekannten, sind die Gregarinarien, Parasiten von ovoider oder faden-förmiger, an Rundwürmer erinnernder, meist etwas abgeplatteter Gestalt,die bisher nur bei wirbellosen Tieren gefunden wurden, wo sie denDarm oder die Geschlechtsdrüsen, seltener die Leibeshöhle bewohnen.Das Protoplasma (Fig. 142 I, A, i) ist schärfer als bei anderen Protozoenin ein helles Ectosark (ek) und ein trübkörniges Entosark ien) gesondert,Ersteres wird nach außen von einer nicht überall deutlich erkennbaren,zumeist aber doppelt konturierten Cuticula (cu) überzogen, welche fürflüssige Nahrung passierbar sein muß, da ein Cytostom fehlt, Bei vielenGregarinen (vielleicht bei allen) gewahrt man eine doppelte Streifung,eine Längsstreifung, die durch Furchen der Oberfläche bedingt ist undsomit ihren Sitz in der Cuticula hat, und eine dem Ectosark angehörendeQuerstreifung, die durch circuläre oder in flachen Spiraltouren angeordneteMuskelfibrillen hervorgerufen wird. Die Anwesenheit der Muskel-schicht macht die lebhaften, wellenförmig von einem Ende zum anderenverlaufenden Contractionen und die dann und wann auftretenden plötz-lichen winkeligen Knickungen des Körpers verständlich, nicht aber eigen-tümliche, an Diatomeen erinnernde, gleitende Bewegungen, welche ge-wöhnlich die Ortsveränderung der Gregarinen verursachen und sich ohneirgend welche Gestaltsveränderung vollziehen. Dieselben werden durchdie Annahme erklärt, daß die Gregarinen am hinteren Ende einen Strangstarrer Gallertfäden ausscheiden, dessen Verlängerung die Tiere vorwärts treibt.