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Lehrbuch der Zoologie
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Zoologie.

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daher von diesen abhängig geworden; das einzelne Individuum kann nurals Teil eines Ganzen dauernd leben. So führt auch hier die Arbeits-teilung zu größerer Centralisation; je polymorpher ein Tierstock ist, umso einheitlicher ist er, um so mehr macht er den Eindruck eines Einzel-tieres, anstatt einer Summe von Individuen.

Viel geringer ist die wechselseitige Abhängigkeit der Tiere bei der staaten-Staatenbildung, da es sich hier um keinen organischen Zusammenhang,sondern nur um ein freiwilliges Zusammenleben handelt, War bei derStockbildung die ungeschlechtliche Fortpflanzung von Wichtigkeit, sospielt hier die geschlechtliche eine große Rolle. Unter dem Einflußdes Geschlechtstriebs drängen sich viele Tiere, selbst solche von niedrigsterOrganisation, dauernd oder zeitweilig, zu Haufen zusammen; die See-igel, Seewaken, viele Fische sammeln sich zur Zeit der Eiablage ander Küste: der Geschlechtstrieb vereinigt die Herden der Hirsche, Ele-fanten etc. Zu einer festen Organisation, zu einer Staatenbildung imengeren Sinne, führt dann weiter die Sorge um die junge Brut; alleInsectenstaaten sind auf dieser Basis aufgebaut. Da somit das Ge-schlechtsleben der Ausgangspunkt für die Staatenbildung ist, so ist esweiter begreiflich, daß bei den verschiedenen Individuengruppen, denStänden" des Staates, die Geschlechtsorgane in ihrer Ausbildung beein-flußt werden. Außer Männchen und Weibchen (Königen und Königinnen)gibt es noch Tiere mit rückgebildetem, functionsunfähig gewordenemGeschlechtsapparat, die Arbeiter; entweder sind die letzteren nur rudi-mentäre Weibchen (Bienen. Ameisen) oder rudimentäre Weibchen undMännchen (Termite?!). W T ährend die Könige und Königinnen den Nach-wuchs liefern, haben die Arbeiter die Pflege der jungen Brut über-nommen; sie sorgen ferner für die Bauten, für die Nahrung und auchfür die Verteidigung, eine Vielgestaltigkeit der Functionen, welche oftzu einer Vielgestaltigkeit der Arbeiter führt.

2. Beziehungen zwischen Individuen verschiedener Arten.

W T enn Individuen verschiedener Arten zueinander in ein engeresWechselverhältnis treten, so ist die Ursache dazu der Nutzen, welchenentweder einseitig die eine Art von der anderen zieht, oder den beidesich gegenseitig bieten; im ersteren Fall sprechen wir von Parasitis-mus, im letzteren von Symbiose.

Unter Parasiten verstehen wir Tiere, welche auf oder in anderen parasitis-Tieren, den Wohntieren oder Wirten, Wohnung und Nahrung finden, mus -welche dadurch in ein Abhängigkeitsverhältnis zu diesen getreten sindund mehr oder minder eingreifende Veränderungen ihrer Organisationerfahren haben. Das Maß, in welchem ein Parasit von seinem Wirt abhängig Parasitischegeworden ist, wechselt nach den einzelnen Arten; es wird davon bestimmt, biidung.inwieweit der Parasit sich in seiner Organisation seinem Wirt angepaßthat. Darum ist es nötig, bei der Besprechung des Parasitismus auchder Umgestaltungen zu gedenken, welche die parasitische Lebensweisein dem Bau der Tiere hervorruft. Dieselben betreffen am unmittel-barsten die Organe der Fortbewegung und Ernährung. Da einParasit sich auf seinem Wohntier möglichst fest anzusiedeln sucht, sogehen die den Ortswechsel vermittelnden Einrichtungen allmählich ver-loren oder werden doch schlechter entwickelt. Dafür treten Apparatezum Festhalten am Wirt auf. Parasiten der verschiedensten Abteilungenbesitzen Haken, Klammern, Saugnäpfe etc. Zur Ernährung dient den

Hertwig, Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl.

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