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Allgemeine Zoologie.
Fig. 111.
Fig. 112.
Ecto-
Parasiten das Blut oder der Gewebssaft oder der Speisebrei des Wirts;das sind gelöste Substanzen, welche kaum der Verdauung bedürfen.Daher ist gewöhnlich der Darmkanal vereinfacht, oder er geht gänzlichverloren; es gibt unter den Parasiten sowohl darmlose Würmer als darm-lose Crustaceen. Sehr häufig können Darmparasiten sogar ohne Sauer-stoff leben, sie sind an aerob (S. 86). Auch sonst vereinfacht sich dieLebensweise des Parasiten, da er nicht gezwungen ist, nach Nahrung zusuchen. Bei allen Parasiten erfahren Nervensystem und Sinnesorganeeine hochgradige Rückbildung; ersteres wird zumeist auf das Notwendigstebeschränkt, diese können mit Ausnahme der Tastapparate ganz verlorengehen.
Eine starke Ausbildung erleidet da-gegen der Geschlechtsapparat. Wäh-rend es dem Parasiten leichter wird, sichselbst zu erhalten, ist die Existenz derArt um so gefährdeter. Wenn einMensch stirbt, so gehen auch meist seineParasiten mit ihm zugrunde, namentlichdiejenigen, welche im Innern des Kör-pers existieren. Soll eine bestimmteparasitische Art nicht in kurzer Zeit aus-sterben, so ist es nötig, daß ihre Eierimmer wieder in neue Wirte hinein-geraten. Da diese Übertragung mitSchwierigkeiten verknüpft ist, müssen dieParasiten einen enormen Überfluß anEiern produzieren. Die Eier ihrerseitswiederum zeichnen sich durch großeWiderstandsfähigkeit und gut entwickelteSchutzorgane, wie starke Schalen, aus;es ist z. B. bekannt, daß die Eier vonAscariden sich längere Zeit sogar inSpiritus weiter entwickeln, da sie durchTaenia nana (nach ihre schwer durchgängigen Schalen ge-schützt sind.
Alle die hervorgehobenen Einrich-
Fig. 111.Leuckart).
Fig. 112. Pentastomujn taenioides
nnd a Ento- Weibchen (nach Leuckart). h Haken t e wer den mehr bei Schmarotzern,™,;uT,, links und rechts vom Mund; ov un- ,°, T . r
paßten. ^^ ^ g _ |belt ^ .^ g ^._ welche im Innern von anderen Tieren
duete, die sich zur unpaaren Vagina leben, den Entoparasiten, Geltung ge-
(va) vereinigen, letztere empfängt die winnen, als bei Bewohnern der Haut
Ausführwege zweier Receptacula semi- 0(ler anderer oberflächlicher Organe, den
ms rs und windet sich um den Darm -n. •. t> • i n j. -j_
d oe Ösophagus Ectoparasiten. Bei den Entoparasiten
sind die umgestaltenden Einflüsse desParasitismus so bedeutend, daß Vertreter der verschiedensten Tierabtei-lungen eine auffallende Ähnlichkeit des Aussehens und des Baues ge-winnen. Pentastomum taenioides z. B. gehört mit den Spinnen in die-selbe Klasse, die Klasse der Arachnoideen (Fig. 112) gleicht aber inder äußeren Erscheinung vielmehr den gar nicht verwandten, aberunter gleichen Bedingungen lebenden Bandwürmern (Fig. 111). Manhat daher auch lange alle Entoparasiten (Crustaceen, Würmer undArachnoideen) wegen ihrer Gleichartigkeit in eine einzige systematischeGruppe unter dem Namen „Helminthes" zusammengefaßt. Erst durchdie Entwicklungsgeschichte wurden die Zoologen auf das Unnatürliche.