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Allgemeine Zoologie.
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oder äußeres Keimblatt, die innere Entoblast oder inneres^Keim-blatt. Mit dem Gastrulastadium beginnt die Keimblattbildung, d. h. dieBildung von bestimmten, gegeneinander abgegrenzten Lagen embryonaler,noch nicht differenzierter Zellen, aus denen durch organologische undhistologische Sonderung die Organe hervorgehen.
Die Gastrula entsteht aus der Blastula durch Einstülpung oderInvagination (Fig. 106.4). Wie wenn man bei einem hohlen Gummi-ball durch den Fingerdruck die eine Seite gegen die andere einpreßt,so sinkt die Schicht der vegetativen Zellen allmählich ein und wird vonden Zellen des animalen Poles umschlossen. Dabei entsteht im Ei nebender Furchungshöhle ein neuer Hohlraum, die Anlage des Darmlumens;derselbe vergrößert sich und verdrängt gewöhnlich die Furchungshöhleganz, so daß dann der eingestülpte Teil des Blastoderms, der Entoblast,gegen den außen verbleibenden Teil, den Ectoblast, angepreßt wird.
Bei dotterreichen Eiern wird das Verständnis des Baues und derBildungsweise der Gastrula wesentlich erschwert. Es genügt hier dieBemerkung, daß es geglückt ist, für alle auch noch so dotterreichen Eierdas Gastrulastadium nachzuweisen, wobei das Dottermaterial vorwiegendin den entoblastischen Zellen oder einem Teil derselben seine Unterkunftfindet.—Bei Cölenteraten gibt es andere Bildungsmodi der Gastrula, welcheoffenbar primitiverer Natur sind und sich wahrscheinlich auf das Schemazurückführen lassen, daß isolierte Zellen aus dem Blastoderm in dieFurchungshöhle übertreten und einen Haufen bilden. Indem im Innerndieses Zellhaufens ein Hohlraum (Anlage des Darmes) entsteht, welchernach außen durchbricht, bildet sich die Gastrula. — Für äußeres und inneresKeimblatt hat man vielfach die Bezeichnungen Epiblast und Hypo-blast, oberes und unteres Keimblatt, benutzt. Die Namen passen,streng genommen, nur auf die Eier mit discoidaler Furchung. BeimVogelei z. B. bilden die beiden Keimblätter über dem ungefurchten Dotter,von dem sie durch die Gastrulahöhle getrennt werden, einen uhrglas-förmigen Aufsatz; dabei liegt dann das äußere Keimblatt tatsächlich oben,das innere unten. Weitere Bezeichnungen für die beiden Keimblättersind Ectoderm und Entoderm. Diese Namen wurden ursprünglich fürdie Körperschichten ausgebildeter Tiere, der Cölenteraten, gebrauchtund sind erst später auf die Entwicklungsgeschichte übertragen worden.In diesem Lehrbuch sollen sie nur in ihrer ursprünglichen Bedeutung fürZellenschichten, welche schon die organologische und histologische Sonde-rung erfahren haben, angewandt werden, da für embn^onale Zellschichtendie Namen Entoblast und Ectoblast geeigneter sind.
Viele niedere Tiere, die meisten Cölenteraten, besitzen überhaupt Bildung <tesnur zwei Keimblätter. Nachdem dieselben angelegt sind, beginnt hier Mcsoblasts -sofort die Ausscheidung von Muskel- und Nervenfasern und die übrigenProzesse der histologischen Umbildung der Zellen, sowie eine Reihe vonGestaltsveränderungen, durch welche die Gastrulae zu ausgebildeten Tierenwerden. Bei höherer Organisation dagegen entsteht, bevor es zur orga-nologischen und histologischen Sonderung kommt, noch ein drittes Keim-blatt, welches seiner Lage zwischen den beiden ersten den Namen Meso-blast oder mittleres Keimblatt verdankt. Dasselbe kann natürlichnur von dem Zellenmaterial der vorhandenen Keimblätter abstammen,und zwar scheint dabei allein der Entoblast beteiligt zu sein. Man kannzwei Arten in der Bildung des mittleren Keimblattes unterscheiden. Ineinem Fall wird der Zwischenraum zwischen Ectoblast und Entoblast