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Allgemeine Zoologie.
zusammensetzt. Daher fehlt auch bei den Organismen die den Krystallenzukommende mathematische Regelmäßigkeit. Selbst bei Tieren, welchedie größte Regelmäßigkeit in der Anordnung der Teile besitzen, fügensich dieselben nicht sämtlich den Anforderungen der Grundform, so daßwir genötigt sind, größere oder kleinere Abweichungen unberücksichtigtzu lassen. Wenn wir z. B. den Menschen bilateral symmetrisch nennen,so müssen wir selbst erhebliche Asymmetrien unberücksichtigt lassen:daß die Leber auf die rechte, das Herz auf die linke Seite verschobenist, daß der Darm in vollkommen asymmetrischer Weise verläuft usw.
Man kann nun durch den Körper eines Tieres nach den drei Dimen-sionen des Raumes drei aufeinander senkrechte, in einem Punkte sichschneidende Richtungslinien gezogen denken und nach deren Beschaffen-heit den Körper charakterisieren; man nennt dieselben Körperachsen,obwohl sie keine Achsen im Sinne der Mathematik sind. Ferner kannman den Körper auch charakterisieren nach den Ebenen, in denen manihn symmetrisch halbieren kann, den Symmetrieebenen. So kommt manzur Aufstellung folgender Grundformen:
1. asymmetrische, anaxone, irreguläre oder amorphe Grundform(Fig. 87),
2. allseitig symmetrische, homaxone, sphärische Grundform (Fig. 88),
3. radial symmetrische, monaxone Grundform (Fig. 89),
4. zweistrahlig symmetrische, einfach heteraxone Grundform (Fig. 90und 91),
5. bilateral symmetrische, doppelt heteraxone Grundform (Fig. 92).
1. Asymmetrischoder a n a x o n nennenwir Tiere, bei denen dieAnordnung der Teile inkeiner Richtung desRaumes gesetzmäßig be-stimmt ist, welche daherin jeder Richtung un-regelmäßig weiter wach-sen können. Bei ihnenist kein in bestimmtenBeziehungen zur Orga-nisation stehender Mit-telpunkt gegeben; es istferner unmöglich, denKörper in S} r mmetrischeStücke zu teilen oderAchsen durch den Kör-per zu legen, welche ineinem konstanten Ver-hältnis zu den Organenstehen (viele Schwämme und viele Protozoen) Fig. 87.
2. Sphärische oder homaxone Tiere haben die Grundform derKugel; die Teile des Körpers sind konzentrisch um einen feststehendenMittelpunkt angeordnet. Alle Ebenen, die man durch den Mittelpunktlegt, sind Symmetrieebenen; alle durch den Mittelpunkt verlaufendengeraden Linien sind gleichwertig und gleich groß und können als Achsenbenutzt werden (wenige kugelige Protozoen, namentlich Radiolarien).
Fig. 87. Lophocalyx (Polylophus) philippinensis mitKnospen (nach F. E. Schulze).