Allgemeine Zoologie.
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a) sie sind homolog und analog zugleich,
b) sie sind homolog, aber nicht analog (Schwimmblase der Fische,Lunge der Säugetiere).
c) sie sind analog, aber nicht homolog (Kiemen der Fische. Lungender Säugetiere).
5. Die Organe teilt man ein in animale und vegetative.
6. Animale Functionen sind Functionen, welche zwar dem Pflanzen-reich nicht vollkommen fremd, aber in ihm rudimentär entwickelt sind,welche dagegen im Tierreich ihre Fortbildung erfahren und das Charak-teristische des Tieres ausmachen.
7. Vegetative Functionen sind in gleicher Vollkommenheit, wennauch in verschiedener Weise, bei Pflanze und Tier ausgebildet.
8. Zu den animalen Organen gehören die Organe der Bewegungund Empfindung, d. s. die Muskeln, die Sinnesorgane, das Nervensystem.
9. Zu den vegetativen Organen gehören die Organe der Ernäh-rung und der Fortpflanzung.
10. Unter Ernährung im weitesten Sinne verstehen wir nicht nurdie Aufnahme und Verdauung von Speise und Trank, sondern auch dieAufnahme von Sauerstoff (Atmung), die Verteilung der Nahrung an dieKörperprovinzen, die Entfernung des unbrauchbar Gewordenen.
11. Zu den Organen der Ernährung gehören daher nicht nur derDarm und seine Anhangsdrüsen, sondern auch die Atmungsorgane, dasBlutgefäßsystem und die Excretionsorgane (Niere).
12. Zur Fortpflanzung dienen die männlichen und weiblichenGeschlechtsorgane.
13. Beiderlei Geschlechtsorgane können auf 2 Tiere verteilt (Gono-chorismus) oder in einem und demselben vereinigt sein (Hermaphrodi-tismus).
14. Der höchste Grad von Hermaphroditismus wird erreicht, wennein und dieselbe Drüse (Zwitterdrüse) sowohl Eier wie Samenfäden erzeugt.
15. Häufig sind Geschlechtsorgane und Harnwege innig vereinigt:dann spricht man von einem Urogenitalsystem.
4. Promorphologie oder Grundformenlehre der Tiere.
Auf gesetzmäßiger Vereinigung verschieden functionierender Organeberuht der Bau der Einzeltiere. Die Organe nehmen dabei ein Lage-verhältnis zueinander ein, welches für jeden einzelnen Tierstamm einbestimmtes ist oder doch nur in untergeordneter Weise variiert. Vergleichtman die einzelnen Tierstämme mit Rücksicht auf das Anordnungsprinzipder Teile, so kommt man zur Aufstellung einiger weniger Grundformen,welche für den Morphologen eine ähnliche Holle spielen wie die Grund-formen der Krystalle für den Mineralogen. Nur darf man in Verfolgungdieses Vergleiches die Lehre von den Grundformen oder die Promorpho-logie der Tiere nicht als eine ebenbürtige Wissenschaft der Krystallo-graphie zur Seite stellen wollen. Ein Krystall ist eine aus gleichartigenTeilen bestehende Masse; seine Form ist die notwendige und unmittelbareFolge der chemisch-physikalischen Beschaffenheit seiner Moleküle. Einderartiger direkter Znsammenhang zwischen Molekularstruktur und Grund-form ist bei den Organismen nicht vorhanden und kann nicht vorhandensein, da schon jedes Organ sich aus vielerlei chemischen VerbindungenHertwig, Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl. S