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Allgemeine Zoologie.
Leucht-organe.
strahlen schon genügen, um den Augengrund zum Leuchten zu bringen.Dieser produziert das Licht somit nicht selbst. Damit das reflectierteLicht zur Geltung gelangen kann, muß das davor gelegene Tapetum nigrumpigmentfrei sein. Auch das Augenleuchten vieler Insecten und Spinnenwird durch reflectierende Structuren im Augenhintergrunde verursacht.Als augenähnliche Bildungen wurden lange Zeit eigentümliche Or-gane gedeutet, die besonders bei Organismen der Tiefsee (Fischen,Cmslaceen, Cephalopoden) eine weite Verbreitung besitzen. Manchederselben haben sich als unzweifelhafte Leuchtorgane herausgestellt, fürdie übrigen ist die gleiche Deutung in hohem Grade wahrscheinlich. Essind kugelige, in der Haut in regelmäßiger Zeichnung angeordnete, oftauch dem Auge angefügte Körper von sehr mannigfachem Bau. "Vielehaben histologisch eine große Ähnlichkeit mit Drüsen (Fig. 86). DieZellen der Drüsensäckchen haben offenbar die Aufgabe, eine leuchtendeSubstanz abzuscheiden, deren Glanz wirksamer gemacht wird einerseitsdurch vorgelagerte, aus durchsichtigen Zellen bestehende, linsenförmigeKörper (daher die frühere Deutung als Augen), andererseits durch B,eflec-toren, die aus stark irisierenden Zellen bestehen, aber nicht immer vor-handen sind. Das Ganze ist von einer nach außen geöffneten Pigment-schicht umscheidet. Wir haben es hier mit besonders gesteigerten Ein-richtungen zu tun, wie sie bei außerordentlich zahlreichen marinen Orga-nismen der verschiedensten Abteilungen vorkommen und dem Phänomendes Meerleuchtens zu gründe liegen, nur daß gewöhnlich die phosphores-cierenden Substanzen bei meerleuchtenden Tieren (Noctiluca miliaris,Pyrosomen, Quallen, Corallen etc.) im Körper weit verbreitet sind. Viel-leicht dient die Konzentration des Leuchtstoffs in bestimmten Organenzur Erhellung der Umgebung behufs Erlangung der Nahrung, vielleichtauch nur als Erkennungszeichen zum Auffinden der Geschlechter. Imletzteren Falle würden sich Analogien mit den bei Insecten vorkommendenLeuchtorganen ergeben, die allerdings einen ganz anderen Bau besitzen.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der Organologie.
1. Organe sind Gewebskomplexe, welche gegen ihre Umgebung zurBildung eines Körpers von bestimmter Gestalt abgegrenzt sind und eineeinheitliche Function verrichten; jedes Organ kann somit morphologisch{nach seinem Bau und seinen Lagebeziehungen) und physiologisch (nachseiner Function) charakterisiert werden.
2. Organe verschiedener Tierarten können physiologisch gleich-wertig sein: analoge (gleichartig functionierende) Organe.
o. Organe verschiedener Tierarten können morphologisch gleich-wertig sein: homologe (in gleichen Lagebeziehungen und gleicher Ver-bindungsweise auftretende) Organe.
4. Bei der Yergleichung der Organe zweier Tiere ergeben sich dreiMöglichkeiten: