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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zooloeie.

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Soll auf der Retina ein scharfes Bild entworfen werden, so müssendie von einem Punkt ausgehenden Lichtstrahlen durch besondere licht-brechende Körper (Linse. Cornea) auf ihr wieder vereinigt werden;dazu bedarf es eines Zwischenraumes zwischen dem dioptrischen Apparatund der Retina. Die Retina wird daher zu einer Art Camera obscuraeingefaltet, der so entstandene Zwischenraum mit durchsichtigem Material,dem Glaskörper (durchsichtige Zellen oder Gallerte), ausgefüllt (Fig. 80bis 82). Zur Regulierung des Lichteinfalls entsteht die Iris, eine Pigment-membran mit centraler Öffnung, der Pupille, deren Weite durch die verschie-denen Contractionszustände der Iris der Lichtstärke entsprechend reguliertwerden kann. Zur besseren Ernährung entwickelt sich die blutgefäß-reiche Chorioidea. zum Schutz eine feste, Sclera benannte Hülle. Inder Art, wie sich diese verschiedenen Vervollkommnungen entwickelnund kombinieren, herrscht in den einzelnen Tierklassen eine wunderbareMannigfaltigkeit, Selbst Augen, die im Bau einander sehr ähnlich sind,wie die der Wirbeltiere und Cephalopoden, zeigen ontogenetisch undphylogenetisch betrachtet einen ganz verschiedenen Entwicklungsgang.

Das Auge der Wirbeltiere (Fig. 85) ist vielfach ein nahezu kugeliger ^*J^^ rKörper, dessen Oberfläche von einer festen Membran gebildet wird. Im auges.größten Teil der Circumferenz ist diese Membran undurchsichtig, fibrösoder knorpelig, und beißt, Sclera oder Sclerotica; nur im vorderen Ab-schnitt ist sie glashell durchsichtig und bildet hier vermöge ihrer stärkerenKrümmung einen uhrglasförmigen Aufsatz, die Cornea. Nach innen vonder Sclera liegt die Chorioidea, eine bindegewebige, pigment- undblutgefäßreiche Hülle, welche an der Grenze von Sclera und Cornea indie Iris übergeht. Die Iris, der Sitz der Augenfärbung, ist in ihrerMitte von der Pupille durchbohrt, einer Öffnung, deren wechselnde Größeden Lichteinfall reguliert. Nach innen von der Chorioidea folgt zunächsteine Lage schwarzer Zellen, das Tapetum nigrum, und endlich dieNetzhaut oder Retina selbst, die Ausbreitung des am hinteren Ende indas Auge eintretenden Sehnerven. Tapetum nigrum und Retina gehörenentwicklungsgeschichtlich zusammen und endigen daher auch beide gemein-sam am Rand der Pupille, nachdem die Retina schon vorher in einigerEntfernung vom äußeren Rand der Iris an der Ora serrata ihren nervösenCharakter verloren hat.

Der Binnenraum des Auges wird von krystallklaren Massen, demCorpus vitreum, dem Humor aqueus und der Linse, vollkommenausgefüllt. Unter ihnen ist die Linse für den Sehakt am wichtigsten, dasie nächst der Cornea den Gang der Lichtstrahlen am meisten beeinflußt.Sie liegt hinter der Iris befestigt an dem vorderen Rand der Chorioidea,welche hier zu dem Corpus ciliare umgewandelt ist. Vor ihr befindetsich die seröse Flüssigkeit des Humor aqueus in der sogenannten hinterenAugenkammer, zwischen Linse und Iris, und in der vorderen Augen-kammer, zwischen Iris und Cornea. Den viel ansehnlicheren einheitlichenRaum hinter der Linse füllt ein gallertartiger Gewebskörper, der Glas-körper oder das Corpus vitreum, aus. Durch den optischen Effekt vonCornea, Linse und Glaskörper wird im Augenhintergrund auf der Retinaein umgekehrtes Bild der Umgebung entworfen. Bei vielen "Wirbel-tieren findet sich innerhalb der Chorioidea das Tapetum lucidum,

welches das sogenannte Leuchten der Augen veranlaßt (Katzen);ist eine bald zellige. bald aus Faserzügen aufgebaute Schicht, welchedas Licht so stark reflectiert, daß wenige von außen eindringende Licht-

Leuchten

der Augen.