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Lehrbuch der Zoologie
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110
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Allgemeine Zoologie.

mentierung ist eine so weit verbreitete Eigentümlichkeit, daß man dieeinfachsten Augen als scharf umgrenzte Pigmentflecke definieren kann,denen nicht selten eine das Licht konzentrierende biconvexe Linse vor-gelagert ist (Fig. 83).

Von derartigen Anfängen, welche offenbar nur zur Unterscheidungvon Hell und Dunkel geeignet sind, findet man in der Tierreihe alleStufen der Vervollkommnung bis zu den scharfe Bilder der Umgebungentwerfenden Augen, wie wir sie bei Wirbeltieren und offenbar auchbei Ccphalopoden vorfinden. Es vervollkommnet sich die Retina, indemdie Sehzellen an ihrem peripheren Ende Rhabdome entwickeln, stäb-chenförmige Aufsätze, die die Lichtperception vermitteln und bei denWirbeltieren zumeist inStäbchen" undZapfen" differenziert sind, vondenen ein jedes wieder aus Innen- und Außenglied besteht (Fig. 84, 7, 9).

Bei Wirbeltieren und vielen Wirbellosen findet man die Retina voneinem roten Farbstoff durchtränkt, dem Sehpurpur, der sich unterdem Einfluß des Lichtes rasch zersetzt, aber ebenso rasch sich wieder

Fig. 85.

Fig. 86.

C

T

Fig. 85. Horizontalschnitt durch das menschliche Auge (nach Toldt und

J0opticus, .SV Sclera.

Fig. 86. Leuchtorgan von Chauliodus (nach Brauer). C Cutis, 7' refiectierendesTapetum, & Z Linse aus dunkleren und helleren Zellenlagen bestehend, .9 leuchtendeSecretzellen, P Pigmentschicht.

regeneriert und offenbar eine für den Sehakt wichtige Rolle spielt. Inden Verlauf des Sehnerven schalten sich zahlreiche Ganglienzellen einund bilden das Ganglion opticum (Fig. 84 u. 346), bei Wirbellosen einenaußerhalb des Auges liegenden kompakten Körper, bei Wirbeltiereneine Anzahl der Retina zugezählter Schichten (Nervenfaserschicht, Schichtder Ganglienzellen), reticulierte innere Schicht, innere Körnerschicht(Kerne von bipolaren Ganglienzellen), reticulierte äußere Schicht, welchesich der Retina im engeren Sinne (E\ der Schicht der Sehzellen (äußereKörner mit Stäbchen und Zapfenfasern und ihren Rhabdomen) anfügen.