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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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,Protaudrie L

gegenüber ist

die Ovarien ausbildeten. Diesem Zustand derProtogynaccic" eine Seltenheit.

Die Ausführwege der Geschlechtsprodukte sind im Tierreich sehr Ausfuhr-häutig den excretorischen Apparaten entnommen. Bei den Annelidendienen manche Segmentalorgane, bei den Wirbeltieren Teile des Nieren-systems ausschließlich oder neben ihrer excretorischen Function der Ge-schlechtstätigkeit. Man spricht daher von einem Urogenitalsystem.Diese merkwürdige Vereinigung von Genitalorganen und Exeretions-organen hat eine doppelte Ursache, eine phy-siologische und eine anatomische. Physio-logisch ist wichtig, daß sich Eier und Sper-matozoon wie Excrete verhalten; sie sind Stoffe,die nicht mehr für den Nutzen des Indivi-duums bestimmt sind, sondern nach außengelangen müssen, um in Wirksamkeit zu treten.Die morphologische Ursache ist im Verhaltenzu der Leibeshöhle gegeben. Ein Urogenital-system entwickelt sich nur bei Tieren, beidenen das Keimepithel von dem Epithel derLeibeshöhle abstammt, und bei denen die Nieredauernd oder ihrer Anlage nach mit der Leibes-höhle in Verbindung steht und so die natür-liche Ableitung für die Produkte derselbenbildet. Unabhängig davon, ob die Geschlechts-wege Teile der Excretionsorgane oder selbst-ständige Bildungen sind, gewinnen sie in derTierreihe eine bestimmte, durch ihre Functionbedingte Einrichtung (Fig. 70 u. 72). Von derGeschlechtsdrüse leiten Kanäle nach außen, dieEileiter, Oviducte, des Weibchens, die Samen-leiter. Vasa deferentia, des Männchens (bei

der Zwitterdrüse der Zwittergang). Der End-

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Fig. 72. Anatomie von Vor-tex viridis (nach M. Schnitzeund L. v. Graft), g obereSchlundganglien mit Augen,seh Schlund köpf, t Hodenmit Vasa deferentia, gv Dot-terstock, d Darm, rs Becep-taculum seminis, o Ovarienmit Oviducten, v Vagina, bcBursa copulatrix, pg Porusgenitalis, u Uterus, vs Vesi-cula seminalis, p Penis.

abschnitt des Samenleiters ist häufig sehr mus-kulös und heißt Ductus ejaculatorius: erkann als Penis oder Cirrus herausgestülptwerden oder ragt dauernd über die Körper-oberfläche hervor. Der Endabschnitt des Ei-leiters ist oft erweitert und läßt 2 Abschnitteerkennen, den Uterus, welcher die Eier wäh-rend ihrer Entwicklung beherbergt, und diezur Begattung dienende Scheide, Vagina.Dazu können dann in beiden Geschlechternnoch accessorische Drüsen der verschiedensten Art hinzutreten. Weiblicheund männliche Geschlechtswege können mit Ausstülpungen oder Erweite-rungen versehen sein, welche zur Aufnahme von Samen dienen. Man nenntsie beim Weibchen Receptacula seminis, beim Männchen Vesiculaeseminales; erstere beherbergen Samen, welcher durch die Begattung indie weiblichen Geschlechtswege gelangte, letztere Samen, welcher imHoden des gleichen Tieres entstanden ist.

Eine sehr merkwürdige Erscheinung findet sich nicht selten imTierreich, daß ein Teil der produzierten Eier zugrunde geht, um andereEier besser zu ernähren. Diese Degenerationsvorgänge können sich an