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Lehrbuch der Zoologie
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102
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Allgemeine Zoologie.

Eiern vollziehen, die schon in den Uterus (Salamandra) oder den Ei-cocon (Anneliden) übergetreten sind, oder sie spielen sich im Ovar ab(viele Arthropoden). Es kann ein bestimmter Teil des Ovars nur solcheDotterzellen" produzieren, woraus es sich erklärt, daß bei manchenTieren (Plathelmintheri) getrennt vom Ovar (Keimstock) Drüsen auf-treten, welche die Dotterzellen bereiten (Dotterstöcke) (Fig. 72). Zu denGeschlechtsunterschieden, wie sie durch die verschiedene Beschaffenheitder Geschlechtsdrüsen und eventuell auch ihrer Ausführgänge bedingtsind, können sich weitere Unterschiede gesellen, welche in anderweitigenOrganen zum Ausdruck kommen (verschiedene Befiederung, resp. Be-haarung bei Vögeln und Säugetieren, verschiedene Beschaffenheit desKehlkopfs und der Stimme etc.). Man nennt sie, wenn sie sich unterdem Einfluß des Geschlechtsapparats entwickeln und bei Castration ganzoder zum Teil ausbleiben,secundäre Geschlechtscharaktere". Sie führennicht selten zu einem hochgradigen Dimorphismus der Geschlechter.

Animale Organe.

I. Fortbewegungsorgane. Die Fähigkeit, den Ort nach freier Wahlzu verändern, ist eine so sehr in den Vordergrund tretende Eigentüm-lichkeit der Tiere, daß der Laie geneigt ist, hiernach zu entscheiden, obein Organismus dem Tier- oder Pflanzenreich zugehört. Deshalb ist esnötig hervorzuheben, daß zahlreihe Tiere die im Larvenzustand vorhandenefreie Ortsbewegung aufgeben, indem sie sich auf dem Boden, auf Pflanzenoder auf anderen Tieren fest ansiedeln und nur die Bewegungsfähigkeiteinzelner Teile beibehalten, wie z. B. die Corallen ihre Tentakelkronenund die Cirripedien ihre federbuschartigen Füße einschlagen, die Muschelnihre Schalen aktiv schließen können.

Zur Bewegung dienen bei den niederen Formen, den Protozoen,fast ausschließlich Zellfortsätze, seien es Cilien, Geißeln oder Pseudo-podien. Bei den vielzelligen Tieren ist dies äußerst selten der Fall.Amöboide Beweglichkeit der Epithelzellen kommt zwar noch bei Cölen-teraten und auch bei manchen Würmern vor, genügt aber nicht zurOrtsbewegung des ganzen Tieres. Wirksamer ist das Geißel- oderWimperepithel, welches bei Ctenophoren, Turbellarien und Rotatoriendie Schwimmbewegung vermittelt; außerdem findet sich dasselbe nochbei vielen Larven von Tieren, welche, ausgebildet, entweder gar nichtoder nur mit Hilfe von Muskeln ihren Ort verändern können. In derForm von Planulae, d. h. als bewegliche, mittelst Flimmern schwimmendeLarven, verlassen fast alle Cölenteraten und Echinodermen, die Mehr-zahl der Würmer und Mollusken die Eihüllen.Muskulatur. Zu energischerer Tätigkeit ist nur die Muskulatur befähigt. Die

Anordnung derselben wechselt und hängt von der Beschaffenheit desSkeletts ab. Skelettlose Formen haben gewöhnlich denHautmuskel-schlauch", einen Sack von circulären und longitudinalen Fasern, welchermit der Haut fest vereinigt ist. Bildet sich von der Haut aus ein Skelett,indem das Epithel der Körperoberfläche, wie bei den Arthropoden, einefeste dicke Cuticula (Outicularskelett) ausscheidet, so löst sich derSchlauch in Muskelgruppen auf, die am Hautskelett ihre Angriffspunkte