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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

mehrere Serranusa.rt&n sind stets hermaphrodit, ebenso Chrysophrysaurata, sehr häufig hermaphrodit sind Pagelhis mormyrus und einigeandere. Auch die Myxinen sind hermaphrodit. Häufiger wird Herm-aphroditismus als Abnormität beobachtet. Eine auffällige Torrn desselbenist der Hermaphroditismus lateralis, bei welchem die eine Hälftedes Tieres nur männliche, die andere nur weibliche Geschlechtsdrüsenerzeugt. Sind Männchen und Weibchen einer Art an ihrem verschiedenen

Fig. 70. Geschlechtssegmente desRegenwurms nach Entfernung desDarms, bm Bauchmark, */ laterale,bv ventrale Borstenreihen, st Samen-taschen (Receptacula seminis), sbSamenblasen (Vesiculae seminales) aufder rechten Seite ah präpariert, sbuSamenkapsel, auf der rechten Seitegeöffnet, um zu zeigen: h Hoden, tFlimmertrichter des Vas deferens, vd\o Ovarien, w Wimpertrichter der Ovi-ducte mit e Eikapsel, dt Dissepi-ment. 815 achtes bis fünfzehntesKörpersegment.

Aussehen, den secundären Geschlechtseharakteren zu unterscheiden, wiez. B. viele Insecten durch verschiedene Beschaffenheit der Fühler, Flügel,Augen etc., so drückt sich der Hermaphroditismus lateralis {Schmetter-linge, Bienen) schon äußerlich in der Gestalt aus, indem die eine Hälftedes Tieres die Kennzeichen des Männchens, die andere die des Weibchensbesitzt (Fig. 71). Doch ist hier zu beachten, daß in sehr vielen Fällen,in denen der äußeren Erscheinung nach Hermaphroditismus vorzuliegenschien, die anatomische Untersuchung entweder nur männliche oder nur

weihliche Geschlechtsdrüsen inrudimentärerBesch äff enheit nach-weisen konnte (Pseudohermapb.ro-ditismus, besser Gynandromor-phie). Auch der sog. Herm-aphroditismus bei Säugetieren undMenschen ist meist Pseudoherrn-aphroditismus; selten wurdenhier zweierlei Sexualdrüsen indemselbenlnclividuum angetroffenund auch dann nicht in func-tionsfähigem Zustand.

Die weite Verbreitung desHennaphroditismus bei niederenMetazoen hat zu der unberech-tigten Auffassung geführt, daß er der ursprüngliche Zustand des Geschlechts-apparates sei, aus dem der Gonochorismus sich secundär entwickelt habe.Erfahrungen an Nematoden, Crustaceen, vielleicht auch Mollusken weisendarauf hin, daß im Gegenteil hier der Hermaphroditismus aus dem Gono-chorismus hervorgegangen ist, indem bei gleichzeitigem Schwund derMännchen weibliche Tiere männliche Sexualprodukte entwickelten, ehe sich

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Fig. 71. Hermaphroditismus lateralis einesSchmetterlings [Ocneria dispar). Links weib-lich, rechts männlich (nach Taschenberg).