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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoolog

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stehen wir Formen, deren Temperatur vollkommen von der Temperaturder Umgebung abhängig ist und mit derselben steigt und fällt, stets aberwenige Grade mehr als dieselbe beträgt. In unserem Klima, wo dieTemperatur wesentlich niedriger ist als unsere eigene Blutwärme, werdensolche Tiere, wie z. B. die Frösche, auf unser Gefühl einen erkältendenEindruck machen, da sie namentlich in der kühlen Jahreszeit eine vielgeringere Körpertemperatur besitzen als wir.

Als Warmblüter oder eigenwarme (idiotherme, homoiotherme)Tiere bezeichnet man dagegen Tiere, welche unter allen Verhältnissenimmer nahezu dieselbe Temperatur beibehalten. Der Mensch hat imSommer und Winter, unter dem Äquator und am Nordpol stets annäherndeine Temperatur von 3637 ° C und zeigt nur im Fieber höhere Tempe-raturen. Um eine konstante Temperatur gegenüber wechselnden äußerenWärmeverhältnissen aufrecht zu erhalten, muß ein Tier die Wärme-steuerung besitzen; es muß die Fähigkeit haben, die Wärme seinesKörpers zu regulieren, einerseits durch Regulieren der Wärmeproduktion,andererseits durch Regulieren der Wärmeabgabe. Ist die Umgebung höhererwärmt, als die Körpertemperatur normalerweise betragen soll, so mußzunächst die Wärmeproduktion auf das mit den Lebensprozessen verein-bare geringste Maß beschränkt werden; da dies aber nicht genügt, so mußaußerdem durch Verdunstung auf der Körperoberfiäche. wie sie nament-lich durch starkes Schwitzen herbeigeführt w r ird, die Wärmeabgabe ge-steigert werden. Ist die Umgebung dagegen kühl, so muß umgekehrtjede unnötige Wärmeabgabe vermieden, die Wärmeproduktion dagegengesteigert werden. Es ist begreiflich, daß die Idiothermie, da sie kompli-zierte Einrichtungen voraussetzt, nur bei höheren Tieren vorkommt.

IV. Excretionsorgane. Die Excretionsorgane sind Röhren oderDrüsenkanäle, welche direkt oder durch Vermittelung des Enddarms{Kloake) auf der Körperoberfläche münden und unbrauchbar gewordeneStoffe nach außen befördern. Für ihren Bau ist es von Wichtigkeit, obein Blutgefäßsystem oder eine Leibeshöhle oder beide gleichzeitig vor-handen sind, oder ob dieselben fehlen. Wenn Leibeshöhle und Blut-gefäße noch nicht entwickelt sind, so müssen die Excretionsröhren, umdie Excrete aus den Geweben ableiten zu können, sich verästeln undden Körper nach allen Richtungen (nach Art einer Drainage) durchsetzen,wobei sie häufig sich zu einem an Blutcapillaren erinnernden Netzwerkverbinden (Protonephridien oder Wassergefäßsysteme der parenchyma-tösen Würmer, Fig. (>(>). Die Anfänge des Kanalsystems sind blind-geschlossene Röhrchen, deren Grund eine Zelle mit lebhaft schlagendemWimperbüschel, dem Flimmerläppchen, einnimmt (Fig. 67). Die Zellewird in manchen Protonephridien durch Solenocyten ersetzt, Zellen miteiner Geißel, welche in eine Röhre eingeschlossen ist (Fig. 67 a). Ausdem Kanalsystem führen ein oder mehrere Hauptstämme nach außen.Kurz vor der Ausmündung (Porus exeretorius) findet sich meist eine con-tractile Ausweitung, die Harnblase.

Mit der Entwicklung der Leibeshöhle wird eine Centralstätte, wie Nephrinenfür die Ernährung, so auch für die Aufsammlung der Excretstoffe ge-schaffen. Aus ihr leiten die Nephridien, Schleifen- oder Segmentalkanäle,nach außen, meist einfache, selten verästelte, an beiden Enden geöffneteRöhren. Die eine Öffnung (Fig. 68) führt nach außen, die andere kom-muniziert nach der Leibeshöhle mittelst eines Flimmertrichters oder Nephro-stoms, einer weiten Mündung, deren lebhafte Flimmerung in den Kanaleinleitet und die Excretstoffe (bei Anneliden mit Guanin beladene Peri-

Hertwisr, Lehrbuch clor Zoologie. S. Aufl. t

Proto-nephridien.