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Alleemeine Zoologie.
stimmter, besonders muskulöser Teil der Blutbahn, das Herz, die Fort-bewegung der Blutmasse übernimmt. Eine freie Bewegung des Herzensist nur dann möglich, wenn dasselbe von den angrenzenden Gewebenlosgelöst ist und in einem besonderen Hohlraum liegt (Fig. 63). Dahersehen wir, daß das Herz entweder frei in der Leibeshöhle lagert oderin einen eigenen Beutel, in das Pericard oder den Herzbeutel (wohlüberall einen selbständig gewordenen Teil der allgemeinen Leibeshöhle),eingebettet ist (p). Minder wichtig als das Auftreten des Pericards istfür die Tätigkeit des Herzens die Sonderung desselben in einen dasBlut aufnehmenden Teil, den Vorhof (h), und einen das Blut aus-treibenden Teil, die Kammer (k); daher denn keineswegs diese Sonderungüberall durchgeführt ist. Besondere Einrichtungen des Herzens sindnoch die Klappen (kl), welche an den Grenzen der Herzabschnitte an-gebracht sind und durch ihren Verschluß verhindern, daß das Blut indie Kammer oder Vorkammer zurückströmt, wenn die Wandungen der-selben nach beendigter Contraction erschlaffen.
Für ein gutes Functionieren der Blutgefäße ist außer der Circula-tion noch notwendig, daß die ernährenden Stoffe leicht aufgenommenund an die Gewebe wieder abgegeben werden können. Der betreffendeAbschnitt der Blutbahn muß leicht durchgängige Wandungen haben, imKörper sich weit verbreiten und eine für sein Lumen große Oberflächebesitzen. Diesen Anforderungea genügen die Haargefäße oder dieCapillaren (c), äußerst feine Gefäße, welche in enormer Zahl alle Or-gane umspinnen und durchsetzen, deren Wand nur von einer zarten,leicht durchgängigen Epithellage gebildet wird. Zwischen dem Herzenund den Capillaren besteht somit entsprechend ihrer verschiedenen Func-tion der denkbar größte Unterschied im Bau; sie müssen daher durchbesondere, einen Übergang vermittelnde Gefäße verbunden werden,1. Gefäße, welche dickwandig und groß am Herzen beginnen und durchVerästelung und Verdünnung ihrer Wand allmählich in die Capillarenübergehen, Arterien («); 2. Gefäße, die aus dem Capillarbezirk nachdem Herzen zurückleiten und sicli dabei immer mehr zu stärkeren unddickwandigeren Röhren vereinen, die Venen (v).
Für alle Tiere gilt der Satz, daß das Blutgefäßsystem in Anordnungcorreiation ull( | ß au me hr von der Respiration beeinflußt wird, als von der Nahrungs-m™^;-aufnähme im engeren Sinne. Es besteht eine Correiation zwischenbiXmj™ Respirations- und Circulationsorganen. Diese Correiation druckt sichzunächst darin aus, daß man einen doppelten Capillarbezirk unterscheidenmuß, außer dem Körpercapillarbezirk, in welchem Sauerstoff an die Ge-webe abgegeben und Kohlensäure von ihnen aufgenommen wird, nochden respiratorischen Capillarbezirk, dessen ausschließliche Aufgabe esist, die Kohlensäure aus dem Blut zu entfernen und den Sauerstoff ihmzuzuführen (Kiemen- und Lungencapillaren). Zweierlei Capillarbezirkemachen auch zweierlei Arterien und Venen nötig, Körperarterien undKörpervenen, respiratorische Arterien und respiratorische Venen. Dieserläutert beistehendes Schema vom Blutkreislauf der Fische (Fig. 64). Ausdem Capillarbezirk der functionieren den Gewebe des Körpers führen Venennach dem Vorhof des Herzens. Die Contraction oder Systole des Vor-hofs treibt das Blut in die Herzkammer. Während die Vorkammer er-schlafft (Diastole) und von den Venen aus sich neu mit Blut füllt, be-fördert die Systole der Kammer das Blut durch die Kiemenarterien indie Kiemencapillaren. Indem Diastole und Systole eines Herzabschnittsmiteinander wechseln, wirkt das Herz wie eine Saug- und Druckpumpe;,