Allgemeine Zoologie.
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Fig. 63.
Auf zwei vom Darm vollkommen abgeschnürte Gastraltaschen, eineLeibeshöhie.linke und rechte, ist wahrscheinlich die echte Leibeshöhle oder dasCölom, nach ihrer Entstehung vom Darm auch Enterocöl genannt,zurückzuführen (vergl. auch S. 196). Das Cölom ist ein zwischen Darmund Körperwand eingeschobener linker und rechter Hohlraum, der voneiner besonderen epithelbedeckten Membran, dem Bauchfell oder Peri-toneum, ausgekleidet ist und die meisten vegetativen Organe beherbergt.Die beiden Hälften der Leibeshöhle, der linke und rechte „Cölomsack",können dorsal und ventral vom Darm zusammenfließen, oder sie bleibendorsal, selten auch ventral durch eine Scheidewand getrennt, welche nachihrer Function das Auf- „
liängeband des Darms(„Mesenterium") heißt(Fig. 206). Für die
Nahrungsverteilungspielt das Cölom beiwirbellosen Tieren eine
ganz hervorragendeRolle, indem es voneiner Art Lymphe,einer zellhaltigen ei-weißreichen Flüssig-keit, erfüllt wird; auchfür die Excretion istes von Wichtigkeit,da es durch Wimper-trichter mit den Ke-phridien oder Nieren-kanälchen (vgl. S. 97)häutig kommuniziert.Es verliert an Bedeu-
Fig. 63. Schema der Blut-circulation. a Arterie, c Capil-laren, h Vorkammer, k Kammer,kl Klappen, /Pericard, v Venen.
Fig. 62. Anatomie von Den-drocoelum lacteum (nach Ijima).g oberes Schhmdganglion mitAugen, n seitliche Nervensträngemit peripheren Nerven, d ver-ästelte Darmblindsäcke, p Pha-rynx mit Scheide und Mund-öffnung.
tung, je mehr dasBlutgefäßsystem zurAusbildung gelangt,und ist bei Wirbel-tieren bezüglich der
Nahrungsverteilungnur noch ein rudimen-täres Organ.
Die vollkommen-ste Art der Nahrungs-verteilung wird endlichdurch die Blutgefäße vermittelt, welche daher auch den höheren Tier-stämmen allgemein zukommen, gleichgültig, ob daneben noch eine Leibes-höhle vorhanden ist oder nicht (Fig. 63). Blutgefäße sind Röhren mitflüssigem Inhalt, welche von den Atmungsorganen aus den Sauerstoff, vomDarm aus die verdaute Nahrung aufnehmen und sie an die Gewebe wiederabgeben. Da ein solcher Stoffaustausch voraussetzt, daß die Blutflüssig-keit in den Gefäßen circuliert, so sind bestimmte Teile der Blutbahncontractu; sie sind mit Muskeln bedeckt, welche durch ihre Contractionendie Röhren verengern und die Flüssigkeit vorwärts treiben. Bei niederenFormen sind weite Strecken der Blutbahn contractu; bei höheren wirdgrößere Regelmäßigkeit der Circulation erreicht, indem nur ein be-
Blutgefäß-
systetu.